Noëmi Waysfeld

Gesang , Violoncello

Eine Sängerin, Komödiantin, Künstlerin tief vertraut mit den Gesängen Vertriebener und Entwurzelter in ganz Europa: Noëmi Waysfeld wechselt spielend zwischen Kulturen, Repertoires und Sprachen und erfindet sich – fern aller akademischer Traditionen – stets neu. Ihre tiefe, gefühlvolle Stimme unterstreicht die dramatische Kraft ihrer Interpretationen und entführt uns in unbekannte und vergessene Traditionen. Schon von Kindesbeinen an vertraut mit Jazz, klassischer und traditioneller Musik, war es vor allem Noëmis ältere Schwester, die ihr schon früh den Gesang nahebrachte – sogar noch bevor sie ihren Unterricht am Violoncello zu begann.

Doch zunächst war es die Theaterbühne, die Noëmi in Scheinwerferlicht lockte. Sie wurde von Marie Laborit unterrichtet, bevor sie sich beim Cours Blanche Salvant und Cours Simon weiterbildete. Zwei bedeutende Persönlichkeiten der Theaterwelt, Catherine Hirsch und Pauline Macia, zählen zu ihren Mentoren. Auch entdeckte sie ihre Leidenschaft für Sprachkulturen und begann ein Studium des Jiddischen an der IANLCO und des Russischen an der Sorbonne. 2009 erst machte Noëmi mit der Gründung ihres Quartetts Blik die Musik zum endgültigen Dreh- und Angelpunkt ihres Schaffens. Für das Debüt-Album Kalyma adaptiert sie russische Gefangenenlieder der Stalin-Ära. In Verbindung mit jiddischen Chansons schafft sie ein Meisterwerk, das  „Jazzattitüde mit Shtetl-Hinterhof, Orientalismen und Mediterranes mit dem Blues der sibirischen Steppen“ (Mathias Bäume) vereint. An diesen Erfolg knüpft sie 2015 an: Für das Album Alfama überträgt sie legendäre Fados, den portugiesischen Blues, ins Jiddische.

Noëmi Waysfeld & Blik in Zahlen:
4 Musiker, 3 Instrumente und 1 Frauenstimme, 7 Jahre der Zusammenarbeit   

Über 200 Konzerte in und außerhalb Frankreichs (u.a. Alhambra, Cigale, Olympia, Cité de la Musique de     Marseille, Rocherde Palmer, Festival de Radio France…)   

Kalyma, erstes Album, erschienen im Januar 2012 (Special Guests: Sonia Wieder-Atherton, David Krakauer)

Alfama, zweites Album, erschienen im Februar 2015 auf dem Festival Au Fil des Voix à l’Alhambra (Special Guests: Sarah Nemtanu, Guillaume de Chassy, David Enhco)    

Die Kritiker zeigten sich begeistert von den Aufnahmen und wählten Kalyma zum besten Album 2012 France Musique und Alfama zum besten Album 3FFF Télérama. Gemeinsam mit dem Pianisten Guillaume Chassy arbeitet Noëmi an neuen einem Album rund um Schubert (Release voraussichtlich 2017).

Ihre besonderer Affinität zur klassischen Musik und dem Jazz gaben ihr die Möglichkeit im Salon Idéal d’Arièle Butaux mit Musikern wie Thomas Savy, Frédéric Vaysse-Knitter, Matteo Pastoriona und Marion Rampal  zu arbeiten und verschiedene Stilrichtungen zu entdecken.

Dennoch hat sie der Theaterbühne nie ganz den Rücken gekehrt: Méli-Mélodie – lyrische Fantasie (Tournee JMF, Théâtre du Lucernaire, Festival du Mot) ; Lettres à – Regie Benoit Richter (Palais des Congrès de Paris, Aurillac und Strasbourg, Sénat de Paris, Kulturzentrum Tours …), La petite fée aux allumettes, Märchenoper, Regie Christiane Cohendy (Théâtre de l’Epée de Bois de la cartoucherie de Vincennes, Kulturzentrum des Ulis, Kulturzentrum Courneuve, Kunstzentrum d’Enghien les Bains, Scène Nationale d’Alès, Théâtre de La Colonne in Miramas, Kulturzentrum de la Norville, Théâtre de Chelles, Opéra de Tours, Théâtre de Vanves…)

Mit dem Theaterstück Pablo Si Pablo La vereint Noemi nun ihre beiden Leidenschaften: Geschrieben vom Ensemble Noëmi Waysfeld & Blik und Anne Jeanvoine ist das Stück nach der Uraufführung im Dezember 2014 im Musée Picasso nun auch auf Tournee (Théâtre Douze à Paris, Théâtre de St Maur).

Außerdem unterrichtet sie seit 2008  Schauspiel und Gesang.

Pressestimmen

Wenn Waysfeld ihren samtenen Alt erhebt, spüren wir die Bühnensouveränität einer Barbara, die Wehmut slawischer Nomaden, die chansoneske Attitüde eines Georges Brassens und die wendige Phrasierung großer afroamerikanischer Sängerinnen. (www.hagalil.com)

 „Mit ihrer ausdrucksstarken, samtigen Stimme transportiert sie sehr berührend die Wehmut der Musik, deren gelegentliche Chansonhaftigkeit ebenso wie eine manchmal aufblitzende Lustigkeit.“ (Mathias Bäume)
Ein organisches Pas de deux aus lyrischer Poesie und musikalischer Tiefe. (BR 2 „Kulturwelt“ 2015)

…, schaut sie nun mit „Alfama“ nach Portugal und singt Fado – auf Jiddisch. Und sie macht das großartig. Ihre Stimme transportiert und weckt Emotionen, ohne je theatralisch zu werden,  Akkordeon, Gitarre/Oud und Kontrabass erschaffen eine subtile Klangwelt. (Jazzthetik 2015)

„Alfama“ ist Gypsy-Jazz genauso wie Klezmer, ist Musette genauso wie Tango oder Blues. […] Und so ist Alfama nicht nur ein ungewöhnliches, sondern auch ein sehr eindringliches Album geworden […]. Ein musikalischer Spagat, der die Höchstnote verdient. (Sound-and-image.de 2015)

Konzerte dieses Künstlers / Ensemble / Chors: