Konzertkarten für Klassik, Jazz & mehr in München 089 - 545 895 40

Pressearchiv

Hier finden Sie Informationen, Presseberichte und Bildergalerien unserer veranstalteten Konzerte & Events.

Do, 21.05.2026 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Kontraste im Blick. Bartók im Fokus

5. ODEON Konzert 2025/2026

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Do, 23.04.2026 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Kontraste im Blick. Bartók im Fokus

4. ODEON Konzert 2025/2026

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Do, 22.01.2026 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Kontraste im Blick. Bartók im Fokus

3. ODEON Konzert 2025/2026

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Do, 18.12.2025 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Kontraste im Blick. Bartók im Fokus

2. ODEON Konzert 2025/2026

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Mi, 26.11.2025 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Kontraste im Blick. Bartók im Fokus

1. ODEON Konzert 2025/26

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Do, 05.06.2025 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

6. Odeon Konzert

DIALOGE - MOZART & MORE

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Di, 27.05.2025 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

August-Everding-Musikwettbewerb 2025

Finale für Klavier. Durch den Abend führt Anouschka Horn.

Kritik

Die Krone für Uchio – Violin-Finale des Everding-Wettbewerbs
Münchener Merkur | 18.11.2019 <link file:4552 - download "Opens internal link in current window">download</link>

Wettbewerbe sind wichtig für junge Künstlerinnen und Künstler. Vor allem, wenn einflussreiche Partner dahinterstehen, denen es nicht nur um glamouröse Preisverleihungen, sondern auch um nachhaltige Förderung geht…

Do, 08.05.2025 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

5. Odeon Konzert

DIALOGE - MOZART & MORE

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Do, 10.04.2025 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

4. Odeon Konzert

DIALOGE - MOZART & MORE

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Do, 23.01.2025 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

3. Odeon Konzert

DIALOGE - MOZART & MORE

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Do, 19.12.2024 · 19:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

2. Odeon Konzert

DIALOGE - MOZART & MORE

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

So, 30.06.2024 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

6. Odeon Konzert

„CLASSIC MEETS JAZZ“

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

So, 12.05.2024 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

5. Odeon Konzert

„FRÜHLINGSRAUSCHEN“

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

So, 28.04.2024 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

4. Odeon Konzert

„ROMANTISCHE OKTETTE“

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

So, 28.01.2024 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

3. Odeon Konzert

„DER HIRT AUF DEM FELSEN“

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Mi, 13.12.2023 · 19:30 Uhr
Isarphilharmonie

Bach Weihnachtsoratorium Kantaten I-III & VI BWV 248

Chor & Orchester Bach Collegium München | Christian Kabitz, Leitung
So, 03.12.2023 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

2. Odeon Konzert

„GARTEN EDEN“

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

So, 12.11.2023 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

1. Odeon Konzert

„OUVERTÜRE“

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Fr, 13.10.2023 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

August-Everding-Musikwettbewerb 2023

Finale für Trompete

Kritik

Die Krone für Uchio – Violin-Finale des Everding-Wettbewerbs
Münchener Merkur | 18.11.2019 <link file:4552 - download "Opens internal link in current window">download</link>

Wettbewerbe sind wichtig für junge Künstlerinnen und Künstler. Vor allem, wenn einflussreiche Partner dahinterstehen, denen es nicht nur um glamouröse Preisverleihungen, sondern auch um nachhaltige Förderung geht…

So, 21.05.2023 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Varieté

6. Odeonkonzert mit Konzerteinführung durch Dr. Tobias Reichard

Kritik

Vorschau von Crescendo:

Verfemt – verfolgt – vertrieben

Mit Werken von Paul Ben-Haim, Edison Denisov, Arsen Babajanyan u.a. findet unter dem Motto »Varieté« am 21. Mai 2023 in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz das Saison-Abschlusskonzert der Odeon-Reihe statt.

„Ich bin nicht Russe, obwohl Russisch meine Mutter­sprache ist… Aber die eigent­liche Mutter­sprache war wiederum das halb­ver­ges­sene und halb falsche Deutsch der Wolga­deut­schen. Dann hatte ich noch das Problem, dass ich zur Hälfte Jude bin, obwohl ich Jiddisch über­haupt nicht beherr­sche. Also gehöre ich zu niemandem: weder zu den Russen, noch zu den Deut­schen aller Art, noch zu den Juden. Ich habe kein Land, ich habe keinen Platz… Wenn ich jetzt irgend­wohin emigrierte, blieben mir doch alle Probleme“, suchte der Kompo­nist Alfred Schnittke seine Iden­tität zu beschreiben. Seine Suite im alten Stil, eine Folge stili­sierter Barock­tänze, aus dem Jahr 1972 eröffnet das Odeon-Abschluss­kon­zert der Saison 2022/2023.

In der Reihe der Odeon Konzerte musi­zieren Studie­rende der Meis­ter­klassen mit ihren Profes­soren und promi­nenten Gästen. Zu den Ausfüh­renden gehören die Saxo­fo­nisten Márton Bubreg, Rocco Ceraolo, Nikolai Kushnir, João Marinho, Andrej Omejc, Anna-Marie Schäfer, José Sousa, Alina Weiss, Zihao Wang und Laura Pollinger aus der Meis­ter­klasse des Saxo­fo­nisten Koryun Asatryan, der Pianist Ingo Quast, der Cemba­list Tung-Han Hu, der Klari­net­tist Luka Gantar, der Schlag­zeuger Davide Lovato und der Kontra­bas­sist Anton Kammer­meier. Die Leitung der Matinée haben Johannes Ober­meier und Armando Merino inne. Veran­staltet wird die Reihe seit 2006 von EURO­PA­MU­SI­CALE, dem Münchener Konzert­verein und der Hoch­schule für Musik und Theater München. Auf dem Programm stehen selten gespielte Werke der Kammer­musik in unge­wöhn­li­chen Beset­zungen sowie verfemte Musik verfolgter, vertrie­bener und ermor­deter Kompo­nisten der NS-Zeit.

Die fünf Mati­neen der Reihe waren dem Kompo­nisten Paul Ben-Haim gewidmet. Er wurde 1897 als Paul Fran­ken­berger in München geboren, studierte an der Akademie für Tonkunst und war Assis­tent von Bruno Walter und Hans Knap­perts­busch. 1924 wurde er Chor­leiter und Kapell­meister in Augs­burg, bis man ihn 1931 vom Dienst suspen­dierte. Er kehrte nach München zurück und wirkte als Liebe­gleiter und Kompo­nist. 1933 emigrierte er nach Paläs­tina, wo er den Namen Paul Ben-Haim annahm. In Tel Aviv lernte er die Sängerin Bracha Zefira kennen und durch sie die jüdi­sche und arabi­sche Musik, die fortan die Melodik und Rhythmik seiner Kompo­si­tionen beein­flusste. Er schrieb Sinfo­nien, Sonaten und Konzerte sowie litur­gi­sche Werke und Lieder und wurde nach 1945 einer der bekann­testen Kompo­nisten Israels, wo er 948 starb. In der Abschluss­ma­tinee erklingt von ihm die Pasto­rale Variée op. 31b aus dem Jahr 1945. Mit ihr erfüllt er sich seinen Wunsch, einen neuen, seine Umge­bung wider­spie­gelnden Stil zu schaffen. In den farben­frohen Varia­tionen verbindet er west­eu­ro­päi­sche und orien­ta­li­sche Tradi­tionen.

Das Programm steht unter dem Motto „Varieté“, und eben­falls zu hören gibt es Jazz­kom­po­si­tionen von Dmitri Schost­a­ko­witsch und Leonard Bern­stein sowie Poiema V für acht Saxo­fone, Klavier und Schlag­zeug von Arsen Baba­janyan. Er stammt aus Jerewan und lebt seit seinem Studium an der Musik-Hoch­schule in München. Aus dem sibi­ri­schen Tomsk stammte der Kompo­nist Edison Denisov. In seiner Sonate aus dem Jahr 1960 lotet er die Flöte in ihrer vollen Höhe und Tiefe aus, wie er auch extreme dyna­mi­sche Gegen­sätze verar­beitet.

Zur Auffüh­rung kommen aber auch Arran­ge­ments der Gesänge Maria, mater gratiae und O vos omnes von Carlo Gesu­aldo. Der Fürst von Venosa ist als Kompo­nist ebenso berühmt wie als Mörder seiner Ehefrau und ihres Geliebten in flagrante delicto. Seine geist­li­chen Kompo­si­tionen aller­dings blieben lange unbe­kannt. Bis zum 20. Jahr­hun­dert gab es als einzigen Hinweis darauf nur einen Brief an den Herzog Alfonso, worin der Kompo­nist Alfonso Fonta­nelli berichtet, der Fürst habe eifrig geschrieben und außer mehreren Madri­galen eine Motette und eine Arie kompo­niert. Das fünf­stim­mige Maria, mater gratiae schrieb Gesu­aldo vermut­lich für den Gebrauch zum Fest der sieben Schmerzen Mariae, das unmit­telbar auf das Fest der Kreuz­erhö­hung am 14. September folgte. Und auch das alte Klage­lied O vos omnes, das im 16. Jahr­hun­dert häufige Verto­nungen erfuhr, wurde von Gesu­aldo wirkungs­voll bear­beitet. Wolf­gang Rihm gibt in der Gesu­aldo-Biografie von Glenn Watkins eine emotio­nale Beschrei­bung seiner Musik: „Gerade hat der Prin­cipe noch mit dem Dolch in Leichen gesto­chen, schon setzt er pein­volle, süßdunkle Kontra­punkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelb­licht. – Er bleibt ohne Beispiel.“

von Ruth Renée Reif

17. Mai 2023

Sa, 25.03.2023 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Talich Quartett spielt Antonin Dvořák

Vier im roten Kreis

Kritik

„Ensemble tchéque mytique“ Le Monde
„A long-standing Czech quartet is reborn with a new line-up“ Strad Magazine
„Hohe Spielkultur, frischer, musikantischer Zugang“ Klassik Heute

So, 11.12.2022 · 19:00 Uhr
Isarphilharmonie

Bach Weihnachtsoratorium Kantaten I-III & VI

Chor & Orchester Bach Collegium München | Dominik Beykirch, Leitung

Kritik

Kritik: aus Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2019
Belebt mit Wiener Blut

Bach Collegium präsentiert das Weihnachtsoratorium

München – Die Wagner- und Richard Strauss-Stadt München wurde einst mit Karl Richter und dem Münchener Bach-Chor „evangelisch“ getauft. Danach waren Hansjörg Albrecht mit Bach-Chor und -Or-chester und Enoch zu Guttenberg mit der Chorgemeinschaft Neubeuern und dem Bach Collegium München, später seiner „Klangverwaltung“, dieprominenten Statt-halter Münchner Bach-Tradition. Jetzt will Konzertveranstalter Helmut Pauli von Ton-icale Musik & Event ein neues Kapitel im Metier eröffnen. In der Philharmonie am Gasteig musizierte das neu besetzte Münchner Bach Collegium mit seinem neuen Chor ein ganz neu klingendes Weih-nachtsoratorium. Sein Konzept: eine histo-risch informierte Besetzung und Spiel-weise und nicht mehr ein Laienchor, sondern ein Profichor. Seine Ressource: viel bewährter Import aus Wien.Nachfolger von Florian Sonnleitner als Konzertmeister des Collegiums ist Agnes Stradner, und auch der Dirigent kommt aus Wien: Rubén Dubrovsky. Der 1968 in Argentinien geborene Maestro ist dort längst mit seinem Bach Consort Wien bes-tens bekannt und leitet in Chicago auch das Third Coast Baroque Ensemble. Der Maestro Rubén Dubrovsky dirigiert elegant aber präzise Kern des Chores mit 33 Sängerinnen und Sängern ist der 1947 gegründete Wiener Kammerchor, ergänzt mit Studierenden bayerischer Musikhochschulen. Ihn musi-kalisch zusammenzuschweißen, war eine Leistung von Michael Grohotolsky. Damit bestimmte dann ein distinguiertes kam-mermusikalisches Format das Klangbild mit Transparenz und Delikatesse.

Der elegant aber präzise dirigierende Maestro aus Wien setzte schon im Ein-gangschor statt auf dröhnenden Sound auf Verinnerlichung. Am schönsten: „Ehre sei Gott“ aus der zweiten Kantate, wo der Chor mit luzider Artikulation seine professionel-le Statur zeigte, weitweg vom alten patheti-schen Luxusklang romantischen Erbes. Die feine Diktion des Orchesters mit den Streichern auf Darmsaiten, exquisiten Blä-sern und einer kleinen, einfachen Conti-nuo-Besetzung, durchgängig grundiert mit Orgelpositiv, blühte in den Arien zu ei-ner aparten Sinnlichkeit auf, wie sie sonst nur bei den Spezialensembles zu hören ist. Auchdie Solisten fügten sich perfekt in die-ses Konzept des eher introvertierten Glan-zes: Catalina Bertucci als kapriziöser Sopran, Kristin Mulder mit noblem Alt und Jochen Kupfer mit einem Bass von edlem baritonalem Flair. Der Tenor Johannes Chumfaszinierte durch eine lyrische Inten-sität von Countertenor-Qualität. Das homogene Solistenquartett bewährte sich besonders in den Duetten durch seine aus-tarierte, klangliche Balance.
Weitere Kontakte mit dem musikali-schen Wien stehen bevor, um die Münch-ner Bach-Tradition mit frischem stilistischem Blut zu beleben: ein künstlerischer Neustart mit viel Potenzial.

Klaus P. Richter

Fr, 14.10.2022 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

August-Everding-Musikwettbewerb 2022

Finale für Gesang

Kritik

Die Krone für Uchio – Violin-Finale des Everding-Wettbewerbs
Münchener Merkur | 18.11.2019 <link file:4552 download internal link in current>download

Wettbewerbe sind wichtig für junge Künstlerinnen und Künstler. Vor allem, wenn einflussreiche Partner dahinterstehen, denen es nicht nur um glamouröse Preisverleihungen, sondern auch um nachhaltige Förderung geht…

Di, 26.07.2022 · 20:00 Uhr
Brunnenhof der Residenz | Nur Open Air

Kubanische Nacht - Ecos De Siboney

Die Veranstaltung findet im Brunnenhof der Residenz statt!

Kritik

 

Fr, 15.04.2022 · 11:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Bach Johannespassion BMW

Chor & Orchester Bach Collegium München, Rubén Dubrovsky, Leitung

Kritik

Kritik: aus Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2019
Belebt mit Wiener Blut

Bach Collegium präsentiert das Weihnachtsoratorium

München – Die Wagner- und Richard Strauss-Stadt München wurde einst mit Karl Richter und dem Münchener Bach-Chor „evangelisch“ getauft. Danach waren Hansjörg Albrecht mit Bach-Chor und -Or-chester und Enoch zu Guttenberg mit der Chorgemeinschaft Neubeuern und dem Bach Collegium München, später seiner „Klangverwaltung“, die prominenten Statthalter Münchner Bach-Tradition. Jetzt will Konzertveranstalter Helmut Pauli von Tonicale Musik & Event ein neues Kapitel im Metier eröffnen. In der Philharmonie am Gasteig musizierte das neu besetzte Münchner Bach Collegium mit seinem neuen Chor ein ganz neu klingendes Weihnachtsoratorium. Sein Konzept: eine historisch informierte Besetzung und Spiel-weise und nicht mehr ein Laienchor, sondern ein Profichor. Seine Ressource: viel bewährter Import aus Wien.Nachfolger von Florian Sonnleitner als Konzertmeister des Collegiums ist Agnes Stradner, und auch der Dirigent kommt aus Wien: Rubén Dubrovsky. Der 1968 in Argentinien geborene Maestro ist dort längst mit seinem Bach Consort Wien bes-tens bekannt und leitet in Chicago auch das Third Coast Baroque Ensemble. Der Maestro Rubén Dubrovsky dirigiert elegant aber präzise Kern des Chores mit 33 Sängerinnen und Sängern ist der 1947 gegründete Wiener Kammerchor, ergänzt mit Studierenden bayerischer Musikhochschulen. Ihn musi-kalisch zusammenzuschweißen, war eine Leistung von Michael Grohotolsky. Damit bestimmte dann ein distinguiertes kammermusikalisches Format das Klangbild mit Transparenz und Delikatesse.

Der elegant aber präzise dirigierende Maestro aus Wien setzte schon im Eingangschor statt auf dröhnenden Sound auf Verinnerlichung. Am schönsten: „Ehre sei Gott“ aus der zweiten Kantate, wo der Chor mit luzider Artikulation seine professionelle Statur zeigte, weitweg vom alten pathetischen Luxusklang romantischen Erbes. Die feine Diktion des Orchesters mit den Streichern auf Darmsaiten, exquisiten Bläsern und einer kleinen, einfachen Continuo-Besetzung, durchgängig grundiert mit Orgelpositiv, blühte in den Arien zu ei-ner aparten Sinnlichkeit auf, wie sie sonst nur bei den Spezialensembles zu hören ist. Auchdie Solisten fügten sich perfekt in dieses Konzept des eher introvertierten Glanzes: Catalina Bertucci als kapriziöser Sopran, Kristin Mulder mit noblem Alt und Jochen Kupfer mit einem Bass von edlem baritonalem Flair. Der Tenor Johannes Chum faszinierte durch eine lyrische Intensität von Countertenor-Qualität. Das homogene Solistenquartett bewährte sich besonders in den Duetten durch seine austarierte, klangliche Balance.
Weitere Kontakte mit dem musikali-schen Wien stehen bevor, um die Münchner Bach-Tradition mit frischem stilistischem Blut zu beleben: ein künstlerischer Neustart mit viel Potenzial.

Klaus P. Richter

Fr, 15.04.2022 · 11:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Bach Johannespassion

Chor & Orchester Bach Collegium München, Rubén Dubrovsky, Leitung

Kritik

Kritik: aus Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2019
Belebt mit Wiener Blut

Bach Collegium präsentiert das Weihnachtsoratorium

München – Die Wagner- und Richard Strauss-Stadt München wurde einst mit Karl Richter und dem Münchener Bach-Chor „evangelisch“ getauft. Danach waren Hansjörg Albrecht mit Bach-Chor und -Or-chester und Enoch zu Guttenberg mit der Chorgemeinschaft Neubeuern und dem Bach Collegium München, später seiner „Klangverwaltung“, die prominenten Statthalter Münchner Bach-Tradition. Jetzt will Konzertveranstalter Helmut Pauli von Tonicale Musik & Event ein neues Kapitel im Metier eröffnen. In der Philharmonie am Gasteig musizierte das neu besetzte Münchner Bach Collegium mit seinem neuen Chor ein ganz neu klingendes Weihnachtsoratorium. Sein Konzept: eine historisch informierte Besetzung und Spiel-weise und nicht mehr ein Laienchor, sondern ein Profichor. Seine Ressource: viel bewährter Import aus Wien.Nachfolger von Florian Sonnleitner als Konzertmeister des Collegiums ist Agnes Stradner, und auch der Dirigent kommt aus Wien: Rubén Dubrovsky. Der 1968 in Argentinien geborene Maestro ist dort längst mit seinem Bach Consort Wien bes-tens bekannt und leitet in Chicago auch das Third Coast Baroque Ensemble. Der Maestro Rubén Dubrovsky dirigiert elegant aber präzise Kern des Chores mit 33 Sängerinnen und Sängern ist der 1947 gegründete Wiener Kammerchor, ergänzt mit Studierenden bayerischer Musikhochschulen. Ihn musi-kalisch zusammenzuschweißen, war eine Leistung von Michael Grohotolsky. Damit bestimmte dann ein distinguiertes kammermusikalisches Format das Klangbild mit Transparenz und Delikatesse.

Der elegant aber präzise dirigierende Maestro aus Wien setzte schon im Eingangschor statt auf dröhnenden Sound auf Verinnerlichung. Am schönsten: „Ehre sei Gott“ aus der zweiten Kantate, wo der Chor mit luzider Artikulation seine professionelle Statur zeigte, weitweg vom alten pathetischen Luxusklang romantischen Erbes. Die feine Diktion des Orchesters mit den Streichern auf Darmsaiten, exquisiten Bläsern und einer kleinen, einfachen Continuo-Besetzung, durchgängig grundiert mit Orgelpositiv, blühte in den Arien zu ei-ner aparten Sinnlichkeit auf, wie sie sonst nur bei den Spezialensembles zu hören ist. Auchdie Solisten fügten sich perfekt in dieses Konzept des eher introvertierten Glanzes: Catalina Bertucci als kapriziöser Sopran, Kristin Mulder mit noblem Alt und Jochen Kupfer mit einem Bass von edlem baritonalem Flair. Der Tenor Johannes Chum faszinierte durch eine lyrische Intensität von Countertenor-Qualität. Das homogene Solistenquartett bewährte sich besonders in den Duetten durch seine austarierte, klangliche Balance.
Weitere Kontakte mit dem musikali-schen Wien stehen bevor, um die Münchner Bach-Tradition mit frischem stilistischem Blut zu beleben: ein künstlerischer Neustart mit viel Potenzial.

Klaus P. Richter

Fr, 01.10.2021 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Finale des August-Everding-Musikwettbewerbs

Coronabedingt wurde der Wettbewerb vom 23.04.2021 auf den 01.10.2021 verlegt

Kritik

Die Krone für Uchio – Violin-Finale des Everding-Wettbewerbs
Münchener Merkur | 18.11.2019 <link file:4552 download internal link in current>download

Wettbewerbe sind wichtig für junge Künstlerinnen und Künstler. Vor allem, wenn einflussreiche Partner dahinterstehen, denen es nicht nur um glamouröse Preisverleihungen, sondern auch um nachhaltige Förderung geht…

Do, 23.04.2020 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Arcis Saxophon Quartett

Die Veranstaltung muss leider aufgrund der Corona Auswirkungen verschoben werden. Ersatztermin ist der 02.07.2020; 20:00 Uhr im Brunnenhof der Residenz/Allerheiligen-Hofkirche

Kritik

 

Do, 19.12.2019 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Huelgas Ensemble

La Musique des Cathédrales 1000 – 1600

Kritik

Süddeutsche Zeitung
20. Dezember 2019, 18:50 Uhr

Alte Musik: <link https: www.sueddeutsche.de kultur alte-musik-paul-van-nevel-und-sein-ensemble-1.4731631 external-link-new-window internal link in current>Paul van Nevel und sein Ensemble

Von Reinhard J. Brembeck

Hat der stämmige Dirigent da vorn in der Münchner Allerheiligenhofkirsche etwa eine Zigarre in der Hand? Wundern würde es niemanden, steht da doch Paul van Nevel, der sich im Programmheft als "ein international bekannter ,Cigarier'" feiern lässt und auf Fotos häufig mit diesem seinem Leib-Acessoire zu sehen ist. Aber nein, van Nevel hat eine Stimmgabel in der Hand. Die schlägt er an, hält sie an sein Notenpult, das den Ton verstärkt, und schon stimmen die zehn um den Meister herumgruppierten Sänger Kathedralmusik aus 600 Jahren an: vibrato- und schnörkellos, vom feinsten Piano bis hin zu riesigen Klangmassierungen, ruhig, drängend, aufgewühlt. Der 73-Jährige Paul van Nevel ist der Großmeister der Chormusik des Mittelalters und der Renaissance, immer neugierig, nie verlegen um neues Repertoire und eigenwillige Projekte. Die Münchner Reise mit seinem Huelgas Ensemble beginnt im englischen Norden, in Winchester und führt über Cambrai, Reims, Tours, Paris, Tournai, Brüssel in den Süden, nach Rom und Palermo. Van Nevel macht kleinste Bewegungen, doch sein Körper ist ganz Spannung. So sieht nüchterne Leidenschaft auf. Als nach dem Gloria aus der legendären Messe des Guillaume de Machaut das Publikum zaghaft zu klatschen beginnt, würgt van Nevel den Beifall mit einer kleinen, herrischen Geste ab. Fast alle Stücke sind Hochkultur, komponiert von Großmeistern, neben Machaut gehört Antoine Brumel zu den bekannteren Namen. Aber da hat sich auch eine volkstümliche italienische Lauda von deren Großmeister Giovanni Animuccia zwischen die lateinischen Alleluias, Glorias, Sanctus und Kyries eingeschlichen, ein naiv raffiniertes Stück Volksfrömmigkeit, van Nevel beginnt dabei fast zu tanzen. Auch in den strengen ernsten Gesängen entdeckt der Meister Volkstümliches. Er intensiviert und treibt in der einen Stimme, während eine andere bremst. Die von Frauen gesungenen Höhen sind klar, die Männerstimmen fügen sich darunter, ohne je in ihrer Eigenständigkeit beschnitten zu werden. Es ist ideales Miteinander disparater Meinungen und Haltungen, die in einem warmen und leuchtenden Klang zusammenfinden. Und alles kommt ohne Anbiederung und Marktschreierei daher: grandios!

Di, 17.12.2019 · 19:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Bach Weihnachtsoratorium Kantaten I-VI 2019

Chor & Orchester Bach Collegium München | Wiener Kammerchor: Chor-Einstudierung Michael Grohotolsky | Rubén Dubrovsky, Leitung

Kritik

Kritik: aus Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2019
Belebt mit Wiener Blut

Bach Collegium präsentiert das Weihnachtsoratorium

München – Die Wagner- und Richard Strauss-Stadt München wurde einst mit Karl Richter und dem Münchener Bach-Chor „evangelisch“ getauft. Danach waren Hansjörg Albrecht mit Bach-Chor und -Or-chester und Enoch zu Guttenberg mit der Chorgemeinschaft Neubeuern und dem Bach Collegium München, später seiner „Klangverwaltung“, dieprominenten Statt-halter Münchner Bach-Tradition. Jetzt will Konzertveranstalter Helmut Pauli von Ton-icale Musik & Event ein neues Kapitel im Metier eröffnen. In der Philharmonie am Gasteig musizierte das neu besetzte Münchner Bach Collegium mit seinem neuen Chor ein ganz neu klingendes Weih-nachtsoratorium. Sein Konzept: eine histo-risch informierte Besetzung und Spiel-weise und nicht mehr ein Laienchor, sondern ein Profichor. Seine Ressource: viel bewährter Import aus Wien.Nachfolger von Florian Sonnleitner als Konzertmeister des Collegiums ist Agnes Stradner, und auch der Dirigent kommt aus Wien: Rubén Dubrovsky. Der 1968 in Argentinien geborene Maestro ist dort längst mit seinem Bach Consort Wien bes-tens bekannt und leitet in Chicago auch das Third Coast Baroque Ensemble. Der Maestro Rubén Dubrovsky dirigiert elegant aber präzise Kern des Chores mit 33 Sängerinnen und Sängern ist der 1947 gegründete Wiener Kammerchor, ergänzt mit Studierenden bayerischer Musikhochschulen. Ihn musi-kalisch zusammenzuschweißen, war eine Leistung von Michael Grohotolsky. Damit bestimmte dann ein distinguiertes kam-mermusikalisches Format das Klangbild mit Transparenz und Delikatesse.

Der elegant aber präzise dirigierende Maestro aus Wien setzte schon im Ein-gangschor statt auf dröhnenden Sound auf Verinnerlichung. Am schönsten: „Ehre sei Gott“ aus der zweiten Kantate, wo der Chor mit luzider Artikulation seine professionel-le Statur zeigte, weitweg vom alten patheti-schen Luxusklang romantischen Erbes. Die feine Diktion des Orchesters mit den Streichern auf Darmsaiten, exquisiten Blä-sern und einer kleinen, einfachen Conti-nuo-Besetzung, durchgängig grundiert mit Orgelpositiv, blühte in den Arien zu ei-ner aparten Sinnlichkeit auf, wie sie sonst nur bei den Spezialensembles zu hören ist. Auchdie Solisten fügten sich perfekt in die-ses Konzept des eher introvertierten Glan-zes: Catalina Bertucci als kapriziöser Sopran, Kristin Mulder mit noblem Alt und Jochen Kupfer mit einem Bass von edlem baritonalem Flair. Der Tenor Johannes Chumfaszinierte durch eine lyrische Inten-sität von Countertenor-Qualität. Das homogene Solistenquartett bewährte sich besonders in den Duetten durch seine aus-tarierte, klangliche Balance.
Weitere Kontakte mit dem musikali-schen Wien stehen bevor, um die Münch-ner Bach-Tradition mit frischem stilistischem Blut zu beleben: ein künstlerischer Neustart mit viel Potenzial.

Klaus P. Richter

So, 08.12.2019 · 11:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Virtuose Adventsmatinée

Kritik

 

Fr, 15.11.2019 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

August-Everding-Musikwettbewerb 2019

Fach Violine

Kritik

Die Krone für Uchio – Violin-Finale des Everding-Wettbewerbs
Münchener Merkur | 18.11.2019 <link file:4552 download internal link in current>download

Wettbewerbe sind wichtig für junge Künstlerinnen und Künstler. Vor allem, wenn einflussreiche Partner dahinterstehen, denen es nicht nur um glamouröse Preisverleihungen, sondern auch um nachhaltige Förderung geht…

Do, 21.03.2019 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Markus Bellheim - Klavier

Zu Bachs Geburtstag (Zyklus III)

Kritik

VOLLMUNDIG
Süddeutsche Zeitung, Kritik | 22.03.2019 <link https: www.sueddeutsche.de kultur kurzkritik-vollmundig-1.4379466 _blank external-link-new-window internal link in current>Zur Kritik



Fr, 15.03.2019 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Well & Schöch

Klassik auf Bayerisch

Kritik

 

So, 20.01.2019 · 11:00 Uhr
Max-Joseph-Saal der Residenz

Ernst und Leidenschaft

Odeon Konzert

Kritik

SCHÖN UNVERTRAUT 
Julia Fischer und Studenten der Musikhochschule 
Süddeutsche Zeitung | 21.01.2019 <link https: www.sueddeutsche.de kultur kurzkritik-schoen-unvertraut-1.4297097 _blank external-link-new-window>> Zur Kritik

Wie an- und aufregend, einem Konzert zu lauschen mit hochinteressant Unbekanntem! So geschehen in der Benefizmatinee im Max-Joseph-Saal, deren Reinerlös dem Hilfsverein Nymphenburg für die Förderung der Musikschule Vlore in Albanien zugute kommt. Zehn glänzend aufspielende Studenten der Musikhochschule boten mit der eminent präsenten, bei aller bezwingenden Grandeur ganz in den kammermusikalischen Zusammenhängen der Werke aufgehenden Meistergeigerin Julia Fischer ein alpenländisch jubilierendes Violinquartett...

Di, 27.11.2018 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Akopova & Berger & Koeckert

Klaviertrio

Kritik

AUSGEWOGENHEIT
Lilian Akopova, Julius Berger und Nicolas Koeckert in der Hofkirche
Süddeutsche Zeitung | 29.11.2018 <link file:4212 download internal link in current>download 



Kaum zu glauben, dass sich die Pianistin Lilian Akopova, der Cellist Julius Berger und der Geiger Nicolas Koeckert erst vor Kurzem zusammenfanden. Denn schon in Joseph Haydns "Zigeunertrio" Hob.XV:25 spürte der Zuhörer in der Allerheiligen-Hofkirche eine selbstverständliche Übereinstimmung, durch die in jeder Hinsicht eine wunderbare Ausgewogenheit herrschte: in Dynamik, Tempo-Modifikationen und der Balance der Instrumente. Ob die geschmeidigen Doppelvariationen des Beginns, der weitgespannte Gesang des langsamen Satzes oder das fetzige "Alla zingharese" des Finales - dieses Trio bot feines, elegantes Zusammenspiel in Perfektion. Koeckert und Berger pflegen einen ebenso schönen, wie klaren und tragfähigen Ton, den Lilian Akopova mit feiner Anschlagskultur traumwandlerisch sicher auf dem schmalen Grat zwischen zu großer Zurückhaltung und forschem Tonangeben und Vorwärtspreschen wandelte. ...

Sie wurden flankiert von einer Pianistin, die in jeder Phrase um ihre Funktion in dieser Dreier-Kombination wusste und auch klanglich mit den Streichern aufs Schönste harmonierte. Als Zugabe folgte der offensichtlich vom Klimawandel beeinflusste "Winter" aus Astor Piazzollas "Las Cuarto Estaciones porteñas".

Di, 20.11.2018 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Oksana Lyniv

„Charismatische Meisterin mit ausdruckstarker Körpersprache“

Kritik

MEHR ALS ZWEI NOTEN
Bach-Collegium unter Oksana Lyniv im Herkulessaal
Süddeutsche Zeitung
| 22.11.2018 <link file:4211 download file>download 



Das ist sie, eine Maestra. Wenn Oksana Lyniv, ehemals Assistentin von Kirill Petrenko, vor dem Orchester steht, kann ihr kein Lapsus passieren, so scheint es. Mit minimalen, symmetrischen Bewegungen organisiert sie den Klang. So spielt das Bach-Collegium Schuberts achte Symphonie auch: glasklare Sechzehntel am Anfang, intelligente Phrasierung, sorgfältig gestaltete Mittelstimmen, kontrolliertes Vibrato. …

Nach diesem Blick ins Herbarium überzeugt das ohnehin klangfarbensensible Spiel von Ran Jia doppelt. Mozarts Klavierkonzert Nummer 18 B-Dur, KV 456 wird bei der chinesischen Pianistin zur Lebenserzählung. Jia hat verstanden, dass ein Triller mehr ist als zwei Noten, die sich so schnell wie möglich abwechseln. Jede Verzierung hat einen Sinn, jede Stelle ihre Farbe. Der langsame Satz ist ein Wunder - an Anschlagskultur, aber auch an Atmosphäre. Mühelos reagiert Jia auf die abrupten Stimmungswechsel. Die Moll-Eintrübungen bleiben im Gedächtnis. Beinahe ideales Gleichgewicht zwischen Innen und Außen, kammermusikalischer Intimität und virtuoser Spielbrillanz finden Jia und La Marca in Beethovens Tripelkonzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester, verstärkt durch Markus Wolf. ...

So, 11.11.2018 · 19:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Starke Frauen - Festkonzert anlässlich „100 Jahre Frauenwahlrecht“ in Deutschland

Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Kritik

Präsentation des Projektes
Hier gehts zum <link https: issuu.com musikerlebnis docs starke_frauen_festkonzert _blank external-link-new-window externen link im aktuellen>Clipping


BR ABENDSCHAU - DER SÜDEN |
 09.11.2018
Hier gehts zum <link https: youtu.be t6znylzjvuq _blank externen link im aktuellen>Videobeitrag 

MÄNNER UND FRAUEN BRAUCHEN SICH
Abendzeitung, Vorankündigung | 09.11.2018 <link file:4199 _blank internal link in current>download 



Auch 100 Jahre nach der gesetzlichen Gleichstellung von Mann und Frau gibt es noch viel zu tun – gerade in der Musik. Nach wie vor werden nahezu ausschließlich Kompositionen von Männern aufgeführt. Dirigentinnen sind noch immer die Ausnahme. Das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ feiert am Sonntag ein Konzert im Gasteig – mit einem ausschließlich weiblich besetzten Projektorchester…

EIN GANZ KLASSISCHER MÄDELSABEND
Abendzeitung | 13.11.2018 <link https: www.abendzeitung-muenchen.de inhalt.gasteig-starke-frauen-mit-kristiina-poska.d6a585c1-d5bf-4851-b690-16e66e210656.html _blank internal link in current>download 



Wenn Musik erklingt, stellt sie nur sich selbst dar. Geschlecht, Herkunft, Alter, Body Mass Index und all die anderen Kriterien, nach denen Menschen unterschieden werden können, sind unhörbar. Es muss also explizit dazugesagt werden, wenn das Europamusicale Frauenorchester unter Kristiina Poska einen Abend mit Werken von Komponistinnen und der Solistin Lauma Skride gestaltet.
Dieses Festkonzert feiert unter dem Titel „Starke Frauen“ das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“. Der Münchener Konzertverein hat in die Gasteig-Philharmonie geladen und als Schirmherrin Bundeskanzlerin Angela Merkel gewonnen. Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer und die Gleichstellungsbeauftragte im Bundesfamilienministerium Christine Morgenstern sprechen einführende „schon viel erreicht – noch viel zu tun“-Sätze.
Frauen sichtbar machen
Kristiina Poska lässt die Musik sprechen. Sofia Gubaidulinas „Fairytale Poem“ von 1971 ist eine feenflügelzarte kleine Tondichtung. Poska legt in ihrem präzisen Dirigat die feinen Strukturen frei. Voller Emotion folgt Clara Schumanns Klavierkonzert. Pianistin Lauma Skride führt im Mittelsatz in einen nachdenklichen, berührenden Dialog mit dem Cello.
Das Orchester findet im dritten Stück des Abends zu seiner besten Form. Die Musikerinnen haben sich nur für dieses Konzert zusammengetan, sie spielen sonst in anderen Orchestern. Poska dirigiert prägnant und engagiert, hilft über Klippen und baut in Emilie Mayers moll-gewichtiger 5. Symphonie Spannung auf, die in einen dramatischen Schlusssatz mündet. Anders als Clara Schumann (1819-1896), die etwa auf dem 100-Mark-Schein verewigt wurde, ist Mayer (1812-1882) in Vergessenheit geraten und wird gerade wiederentdeckt.
Während die Ehrengäste aufspringen und damit stehende Ovationen provozieren, bleibt die Frage: Ein Frauenkonzert - muss das sein? Allein die Existenz der Frage gibt schon die Antwort: Ja. Weil es darum geht, Frauen sichtbar zu machen. Sie musizieren, dirigieren und komponieren nicht anders als Männer oder gemeinsam mit Männern. Aber solange ein Konzertabend, in dessen Programmheft nur Männernamen auftauchen, Normalität ist und nicht mit „Starke Männer“ überschrieben wird, brauchen Leistungen von Frauen ein Forum. Für die „Zuhörer*innen“. Der Musik ist es gleich.


Gesellschaftskolumne: Menschen 
TZ | 13.11.2018 <link file:4200 _blank internal link in current>download 



... Weniger romantisch war der Anlass des Festkonzerts Starke Frauen. Galt es doch, 100 Jahre Frauenwahlrecht zu feiern - mit Musikstücken, komponiert von Frauen und gespielt von Frauen, dem Europamusicale Frauenorchester. Der Münchener Konzertverein setzte Werke von Clara Schumann und Emilie Mayer auf das Programm - unter der Leitung der estnischen Dirigentin Kristiina Poska. „Wir hatten nur zwei Tage zum Zusammenfinden“ sagte die Dirigentin. „Aber die Liebe zur Musik hat es uns leicht gemacht.“ ...

Fotogalerie Hier geht es zur <link https: www.musikerlebnis.de galerie fotogalerie internal link in current>Fotogalerie 

 

Di, 18.09.2018 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Baltic Sea Philharmonic

Kristjan Järvi - Leitung

Kritik

Järvi und das Baltic Sea Philharmonic begeistert in München

Klassiinfo.de 18.09.2018<link file:4063 _blank download file> download 



Nach der Pause kam der Knüller – in jeder Hinsicht: eine 40-minütige Suite aus der über einstündigen Schauspiel-Musik zu Shakespeares „The Tempest“ von Jean Sibelius, zusammengestellt vom musikalischen Leiter Kristjan Järvi selbst. Und das auswendig! Nein, nicht nur dirigiert, sondern von allen jungen Musiker|innen der Baltic Sea Philharmonic, die aus den zehn Anrainer-Staaten der Ostsee stammen, auch gespielt: im Stehen, von den rund um den Dirigenten platzierten sechs Cellisten mit der Harfe im Zentrum einmal abgesehen!

Nordic Pulse: Ein stürmisches Konzert mit der Baltic Sea Philharmonic und Kristjan Järvi in München

Bachtrack.com 20.09.2018<link file:4059 _blank download file> download 



Den Puls des Nordens. Nicht weniger versprach die Baltic Sea Philharmonic mit ihrem Programm, dass das multinationale Orchester im Gepäck seiner Europatournee hatte. Nicht nur ein, gleich zwei Jubiläen bildeten dabei das Herz des Programms, das das Orchester im Herkulessaal der Münchner Residenz zur Aufführung brachte.….Neue Wege ging die Baltic Sea Philharmonic nach der Pause auch in der Aufführungspraxis. Auswendig und im Stehen interpretierten die Musiker die Schauspielmusik zu Shakespeares Sturm, die ursprünglich 36-teilig von Jean Sibelius eingerichtet und für das Programm von Järvi zu einer halbstündigen Konzertsuite zusammengesetzt wurde. Die anspruchsvollen, teils dichten Klangbilder, die Sibelius bisweilen bis zum Äußersten treibt, waren für die Balten an diesem Abend die größte Herausforderung. Doch mit welcher Geschmeidigkeit die Musiker die clusterhaften Sturmbilder in rustikale Tänze überführten beeindruckte

Baltic Sea Philharmonic – Kristjan Järvi über das Konzert im Herkulesaal 

AZ  18.09.2018 <link file:4058 download internal link in current>download 



Die Münchner Konzertsaison beginnt heute mit einem Gastspiel der Baltic Sea Philharmonic im Herkulessaal der Residenz. Das Orchester mit Musikerinnen und Musikern aus zehn Anrainerstaaten der Ostsee erzählt mit unkonventioneller neuerer Musik Geschichten aus dem Norden Europas. Dirigent ist der aus Estland stammende Dirigent Kristjan Järvi. Er lässt das vor zehn Jahren auf Usedom gegründete Orchester in einigen Stücken auswendig spielen. ...

 

So, 17.06.2018 · 20:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Joyce DiDonato - Opernstar

In War and Peace – Harmonie durch Musik

Kritik

Weitere Videopublikationen finden Sie in unserer Rubrik <link https: www.konzert-verein.de multimedia videos _blank external-link-new-window internal link in current>Multimedia.

Neue Wege – Joyce DiDonato begeistert in der Philharmonie

Münchner Merkur,  19.06.2018<link file:3933 _blank download file> download 



Die Philharmonie ist nur schummrig beleuchtet. Über die Bühne ziehen Nebelschwaden, ein junger Mann mit freiem Oberkörper liegt auf dem Boden, und hinten, im mystischen Licht leicht erhöht, sitzt Joyce DiDoato – regungslos, wie eine Wachspuppe. Der Zuschauer spürt sofort: Hier stimmt was nicht. Irgendwas ist anders, reißt aus dem gewohnten, bequemen Ritual des normalen Konzertbesuchs heraus.
Genaus das ist das Ziel. Viel ist Konvention geworden im Klassikaltag. Frack, Abendkleid, Applaus beim Auftritt. Alles lieb geworden – und gefährlich! …
Joyce DiDonato überlegt sich deshalb andere Präsentationsformen und nimmt das Publikum mit auf die Reise. … Ziel ist, das Thema „In War and Peace“ zu reflektieren und die Musik tiefer zu erleben.
… Und das gelingt. … All das an einem Abend in solcher Expressivität und Schönheit, das kann momentan nur sie. … Ein mutiger, kluger Weg, Neues auszuprobieren, der hoffentlich andere inspiriert und weiterverfolgt wird.

Die Tiefe der Botschaft
„In War and Peace“: Joyce DiDonato zeigt in der Philharmonie ein Gesamtkunstwerk aus Barockmusik, Gesang, Tanz und Licht – und gibt eine Idee, wie sich die Präsentation von Klassik weiterentwickeln sollte.

Abendzeitung, 19.06.2018<link file:3934 _blank download internal link in current> download 



… Und was konnte man Außergewöhnliches in der Philharmonie erleben?
… Die Aufführung hat den Rahmen eines klassischen Gesangabends da bereits kongenial verlassen zugunsten einer Konzept-Show, wie es sie im Pop seit Jahrzehnten gibt.
… Und es war packend zu erleben, wie Joyce DiDonato in das schluckende Volumen der Münchner Philharmonie ihren Gesang in die Mitte des Raumes stellen kann, akustisch ganz nah an die Zuhörer heran.
…. Nach zwei Stunden „Krieg und Frieden“ war klar: Joyce DiDonato hat gezeigt, wie man die klassische Aufführungspraxis im Konzertsaal in eine passende, multimediale Form für das 21. Jahrhundert überführen kann. Das sollte zukunftsweisend seine, wenn man jünger und attraktiver werden will. 

Joyce DiDonato begeistert mit Konzert gegen den Terror
Sie bringt Glanz in den Gasteig


tz, 19.06.2018<link file:3931 _blank download internal link in current> download 



Ein Mezzosopran mit einer Mission: Joyce DiDonato (49), die US-Amerikanische Opernsängerin, begeisterte am Sonntagabend mit ihrem Tourneeprogramm In War and Peace – Harmonie durch Musik im Rahmen der Konzertreihe Musik im Originalklang in der Philharmonie im Gasteig. … Zum anschließenden empfang zuEhren der gefeierten Künstlerin am Sonntagabend luden die Initiatoren des Konzerts und die Vorstände des neu gegründeten Münchener Konzertvereins, Felix Reger und Prof. Dr. Robert Büchelhofer ein. …

Fr, 20.04.2018 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

The Wave Quartet

Tänzerischakrobatisches - Spiel auf vier Marimbas

Kritik

Musik Tipp

Süddeutsche Zeitung,  SZ Extra 19.-25.04.2018 <link file:3853 download file>download 



Es ist ebenso reizvoll wie gewöhnungsbedürftig, Konzerte für ein bis vier Cembali und Orchester von Johann Sebastian Bach mit modernen Marimbafonen statt den gezupften Tasteninstrumenten des Barock zu erleben. Aber was „The Wave Quartet“ mit dem L’Orfeo Barockorchester unter Leitung von Michi Gaigg den Konzerten  (...) in der Bearbeitung von Bogdan Bacanu an exquisiten Klangkombinationen entlocken, erweckt (...) einen feinen Höreindruck; (...)

So, 15.04.2018 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Angela Hewitt - Magie am Konzertflügel

Bach „Goldberg“-Variationen

Kritik

Polyphones Wunderwerk – Angela Hewitt mit Bachs "Goldberg-Variationen"

Süddeutsche Zeitung,  17.04.2018 <link file:3846 _blank download file>download 



Dass die kanadische Pianistin Angela Hewitt eine legendäre Bach-Spielerin ist, bewies sie einmal mehr an zwei Abenden im Herkulessaal. Nach Cembalo-Konzerten mit dem Stuttgarter Kammerorchester folgten am Abend darauf die "Goldberg-Variationen", die sie gerade ein zweites Mal auf CD vorgelegt hat.
...
Und wenn am Ende die berühmte, berückende Aria, auf der das ganze Werk aufbaut, noch einmal erklingt, schwingt in der Abgeklärtheit Angela Hewitts mit, was diese Aria gerade erlebt hat. Nach langer Stille großer Beifall für einen denkwürdigen Abend.

Di, 10.04.2018 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Mariam Batsashvili - Klavier 10.04.2018

Erhabenheit mit Perfektion

Kritik

Agiles Musizieren - Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn im Herkulessaal 

Süddeutsche Zeitung,  12.04.2018 <link file:3845 _blank download file>download

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn im Herkulessaal Es ist eine Lust, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn bei seinem Konzert im Herkulessaal zuzuhören. Schon bei Mendelssohns eröffnender Symphonie für Streichorchester Nr. 10 in h-Moll zeigen sich die überzeugenden Grundmerkmale dieses Ensembles: ein agiles Musizieren, das Esprit mit klaren, fasslichen Konturen und obendrein einem für ein Kammerorchester in dieser Intensität nicht selbstverständlichen warmen Klang kombiniert. ….Die Solistin des Abends ist die junge georgische Pianistin Mariam Batsashvili. Ihre Darbietung von Mozarts A-Dur-Klavierkonzert KV 488 vor der Pause ist bemerkenswert, denn Batsashvili stellt ihre Interpretation ganz in den Dienst des homogenen Zusammenspiels mit dem Orchester. Das hat viel Wunderbares, insbesondere bringt ihre Spielweise einen sehr natürlichen, unprätentiös perlenden und gut zur Wiener Klassik passenden Klavierton mit sich, der neben der filigranen Anschlagbeherrschung auch von einer exakten und sehr regen Pedalbehandlung herrührt. …

Im Zweifel liegt die Kraft - Die Pianistin Maria, Batssashbili spielt im Herkulessaal 

Süddeutsche Zeitung, SZ Extra 05.-11.04.2018 <link file:3844 _blank download file>download

Fr, 30.03.2018 · 14:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Bach Matthäus-Passion

Münchener Bach-Chor

Kritik

Berührend - Bachs Matthäuspassion in der Philharmonie 

Süddeutsche Zeitung,  03.04.2018 <link file:3835 download file>download

Es gibt die unterschiedlichsten Orte und Arten, um über die Karfreitags-Liturgie zu meditieren. Eine Möglichkeit ist der säkularisierte Kirchgang in die Philharmonie zu Bachs Matthäuspassion, wo es zudem weiche Sitzpolster und Lachshäppchen gibt. Spätestens hier kann die geistliche Konkurrenz nicht mehr mithalten, zumal auch das Ensemble zur Vergegenwärtigung der Leidensgeschichte hochkarätiger besetzt ist.
...

Fr, 16.03.2018 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Arcis Saxophon Quartett

Mit neuem Programm "American Dreams"

Kritik

Sanfte Rundung
Das Arcis Saxophon – Quartett zeigt sich in der Allerheiligen Hofkirche als erstklassige Formation

Süddeutsche Zeitung,  18.03.2018<link file:3826 _blank download internal link in current> download

… Das Münchner Arcis Saxophon Quartett (Claus Hierluksch, Sopran-, Ricarda Fuss, Alt-, Edoardo Zotti, Tenor-, Jure Knez, Baritonsaxophon) konnte damit sogleich überzeugen beim ersten Stück seines "American Dreams"-Abends. Steve Reichs dreiteiliger "New York Counterpoint" bietet reichlich Gelegenheit für rhythmische Turbulenz und jenes Mit- und Ineinander, das durch die direkte Verwandtschaft der vier Klangregister und die Souveränität der Spieler scheinbar mühelos gelingt.

... Die beiden Suiten aus Leonard Bernsteins "West Side Story" und George Gershwins "Porgy and Bess" zeigten alle Qualitäten dieses brillanten Quartetts: Vitalität, kammermusikalisches Aufeinanderhören, ansteckende Spiellust und eine virtuose und tonliche Eleganz des Zusammenspiels, die aus vier Einzelspielern eine erstklassige Formation macht. Zu Recht großer Beifall!

Do, 15.03.2018 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Klinger / Avenhaus – Recital

„Either/Or“ Ein Beitrag zum Faust-Festival

Kritik

Faust aus Glas trifft Brahms und Bach

Süddeutsche Zeitung,  15.03.2018 <link file:3827 _blank download file>download
 
In den kommenden Monaten geht ja in dieser Stadt kaum was ohne "Faust", was aber zu erstaunlichen Dingen führen kann. Etwa das Stück "Either/Or", das Friedrich Heinrich Kern für das sphärische Zauberinstrument Glasharmonika, für Cello und Klavier geschrieben hat. ...

Di, 27.02.2018 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

casalQuartett

Beethoven Revolution 1799

Kritik

Hoch anregend - Das casalQuartett in der Allerheiligen Hofkirche

Süddeutsche Zeitung,  01.03.2018 <link file:3764 _blank download file>download
 
Es ist einer der Antriebe des Zürcher casalQuartetts (Felix Froschhammer, Rachel Rosina Späth, Violinen; Markus Fleck, Viola; Andreas Fleck, Violoncello), nicht nur die Hauptstraße der Quartettliteratur zu benutzen, sondern auch Neben- und Parallelwege zu zeigen - gerade im 18. Jahrhundert. Eine ihrer gefeierten Entdeckungen galt Franz Xaver Richter, einem der Hauptvertreter der Mannheimer Schule, in dessen Quartetten sich Empfindsamkeit und Eleganz reizvoll mischen. Das Ensemble zeichnet sich weiterhin durch eine feinnervige, nie forcierte, stets von innerer Kommunikation geprägte, hell timbrierte und elastische Klangkultur aus.
….
Dass sich Beethoven bei op. 18 seine Ebenbürtigkeit mit Haydn beweisen wollte, was auf die originelleste Weise gelang, wurde überdeutlich. Mit Beethoven wird das Quartett auch persönliche Ausdrucksmusik.

Musiktipp

Süddeutsche Zeitung, SZ Extra, 22.-28.02.2018 <link file:3765 _blank download internal link in current>download  

Di, 20.02.2018 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Maurice Steger - Paganini der Blockflöte

Concerto de'Cavalieri

Kritik

Perfekte Partner - Der Flötist Maurice Steger und das Concerto de' Cavalieri

Süddeutsche Zeitung,  22.02.2018 <link file:3759 download file>download

Im Herkulessaal dem Ensemble Concerto de' Cavalieri zuzuhören, ist ein Genuss. Obwohl nur aus elf Musikerinnen und Musikern bestehend, spielt dieses Ensemble mit Dirigent, und unter der Leitung von Marcello Di Lisa entstehen Interpretationen von hoher Präzision. Die Spielweise und die Instrumente sind historisch inspiriert, der Klang in den ruhigen Sätzen ist deshalb nicht vibratoreich warm, sondern kühl und elegant-schlicht. ...

Für den Flötisten Maurice Steger ist das kleine Orchester der perfekte Partner. Stegers Interpretationen sind sprühend, maximal verzierungsreich. Fürs Auge wirkt seine Vortragsweise sehr gymnastisch (unablässig pendelnd im Oberkörper, unermüdlich tänzelnd in der Beinarbeit). Fürs Ohr ist sie wunderbar und alles andere als bloße Artistik: Der Klang der Alt-Blockflöte, die meistens zum Einsatz kommt, mischt sich homogener mit den Streichern, als dies bei einer modernen Querflöte je der Fall wäre. Und trotzdem ist Stegers Virtuosität in jedem Augenblick sehr präsent, ganz besonders, was sein hinreißend pointiertes Staccato-Spiel betrifft. Das ist sehr schön - und die Sopranflöten (eine fürs Schnelle, eine für den langsamen Mittelsatz), zu denen Steger bei Vivaldis abschließendem Concerto für Flöte und Streicher in C-Dur RV 443 greift, klingen mit ihrer hellen Leuchtkraft noch eine Spur schöner.

Barockmusik auf der Flöte

Abendzeitung,  20.02.2018 <link file:3760 download internal link in current>download

Sa, 13.01.2018 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Midori

Die hohe Kunst des Klaviertrios

Kritik

Frage der Balance
Die Geigerin Midori spielt im Trio im Herkulessaal 

Süddeutsche Zeitung,  15.01.2018 <link file:3742 download file>download

Wenn das leidenschaftliche Klaviergenie Beethoven Kammermusik mit Klavier komponiert, ist immer mit einer starken Rolle der Tastenkünste zu rechnen. Doch wenn die japanische Violinlegende Midori mit von der Partie ist, erwartet man auch eine Balance der Klänge. Das gelingt ihr als Kammermusikerin im Trio mit dem Pianisten Jonathan Biss und Antoine Lederlin am Cello bereits in der Eröffnung des Klaviertrios, op. 1 Nr.2. Mit beseeltem Ton zaubert sie sich im Herkulessaal im präludierenden Adagio in lichte G-Dur-Höhen und lässt den Steinway unter sich.

Zum Höhepunkt des Abends wurde aber Dvořáks Klaviertrio f-Moll, op. 65. Mit rhapsodischen Elan und süffigem Espressivo stürzte sich das Trio in die differenzierten Klangwelten, plastisch in den scharf geschnittenen Themen, nachdenklich im ernsten As-Dur Gesangsthema des Allegro, graziös im Allegretto und voll tänzerischer Leidenschaft im Finale-Allegro. Herzstück aber war wieder das Adagio, wo sich die inspirierten Wechselspiele von Violine und Cello zwischen schwermütigen Moll-Abgründen und einem Klaviersatz von komplexer Brahmsscher Dichte mit eigener Dynamik entfalteten. Einen subtilen Schumann gab es als Zugabe für großen Applaus.

So, 17.12.2017 · 17:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Valentin Radutiu - Violoncello

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

Kritik

Geistvolle Schönheit
Valentin Radutiu und Alexander Janiczek brillieren

Süddeutsche Zeitung,  19.12.2017 <link file:3747 download file>download

Nichts ist erfreulicher, als mitzuerleben, wie aus einem reichen Violoncellotalent ein maßstabsetzender Musiker wird, der seine Energien zu bündeln und zu lenken weiß. dessen Technik immer auf musikalische Expression und Artikulation gerichtet ist und der dafür dennoch nichts vom klanglichen Charme und der auffallenden Schönheit seines durchgebildeten Cellotons aufgegeben hat. …

So, 17.12.2017 · 19:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Bach Weihnachtsoratorium Kantaten I-VI 2017

Münchener Bach-Chor

Kritik

Zart und stark zugleich
Bach-Chor und Collegium und starke Solisten verabschieden Konzertmeister Florian Sonnleitner mit einem grandiosen Weihnachtsoratorium

Abendzeitung, 19.12.2017 <link file:3743 download file>download

… Die allesamt starken Solisten harmonisieren zu einem derart bewegenden Gesamtklang, dass die Besucher der gut gefüllten Philharmonie bis in die oberste Reihe berührt werden. … Nach zwölf Jahren als Leiter des Bach-Chores und Collegium hat Hansjörg Albrecht dem Weihnachtsoratorium eine formvollendete Aufführung geschenkt: Er hat zwar   große, theatralische dynamische Kontraste etwas zusammengeschoben, aber sich gleichzeitig gegen Lied-Stimmen und für Opernstimmen beiden Solisten entschieden. So wird das Große und Feierliche dieses einzigartigen Barock-Werkes unterstrichen. ... In zwölf Jahren unter Hansjörg Albrecht sind Bach-Chor und Collegium steinigen Jahren auf einem musikalischen Hochplateau angekommen.

Klangrausch zum Fest
Der Dirigent Hansjörg Albrecht führt mit dem Münchener Bach-Chor und den Bach-Collegium München das Weihnachtsoratorium auf

Süddeutsche Zeitung, 16./17.12.2017 <link file:3745 download file>download

… In München steht all dem voran der Münchener Bach-Chor, der nun mit Simone Kermes und Angelika Kirchschlager, sowie Martin Platz und Markus Eiche zum dritten Adventssonntag damit auftritt. Die musikalische Leitung hat Hansjörg Albrecht. Doch der Organist, Dirigent und künstlerische Leiter des Münchener Bach-Chores bricht aus der Traditionsrolle in diesem Ensemble gehörig aus. Albrecht benutzt für seine Interessen das Wort "Universalmusiker", jedoch ohne sich dadurch als besonders genial beschreiben zu wollen. Vielmehr will er sagen, wie sehr ihn Musik, epochen- und stilübergreifend, interessiert. ...

Die Kermes vom Himmel hoch
Am Sonntag: Der Münchener Bach-Chor und Collegium mit Stars im Weihnachtsoratorium

Abendzeitung, 16.12.2017<link file:3746 download file> download

Von Dutzenden Aufführungen in und um München in der Vorweihnachtszeit ragt die des Münchener Bach-Chores doch heraus. Denn dem Dirigenten Hansjörg Albrecht gelingt es immer wieder, dem bekannten Werk neue Akzente zu geben und das große Werk von Johann Sebastian Bach in einem Bogen von größter Innigkeit und Intimität bis zu opulenter Überwältigung zusammenzuspannen.

Was wollte Johann Sebastian?

Abendzeitung, 09.12.2017<link file:3744 download file> download

Die kommenden Weihnachtsoratorien von Johann Sebastian Bach in München

Di, 28.11.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Camille Thomas - ausgezeichnet mit dem ECHO 2017!

Festival Strings Lucerne

Kritik

Die Cellistin Camille Thomas Im Herzen bin ich eine Romantikerin

BR Klassik,  27.11.2017 von Annika Täuschel | Online-Fassung: Thomas Schulz <link file:3717 download file>download

Schöne Kleidung weiß Camille Thomas durchaus zu schätzen, trotzdem hält sie es eher mit den Worten ihres berühmten Landsmanns Antoine de Saint-Exupéry, der formulierte, das Wesentliche sei für die Augen unsichtbar. Am 28. November gibt die französische Cellistin ein Konzert im Münchner Herkulessaal.

CD Tipp

SZ Extra, 23.11.2017 <link file:3715 file>download

... Im Falle von Saint-Saëns' Cello-Suite op. 16b oder Offenbachs "Introduction, Prière et Bolèro" bietet es die Entdeckung von launigen, geistprühend effeltvollem Repertoire, das der Cellistin und dem Orchestre National de Lille unter Alexander Bloch hörbar Spaß macht. ...

Senkrechtstarterin

Hallo München, 27.11.2017 <link file:3716 download internal link in current>download

Shootingstar des Cellospiels Camille Thomas in München

Mo, 20.11.2017 · 20:00 Uhr
Hubertus-Saal / Schloss Nymphenburg

Benefiz-Konzert für SOS-Kinderdorf e.V.

mit den musikalischen Botschaftern für SOS-Kinderdorf

Kritik

Benefizkonzert in München - Im Gespräch mit Monika Henschel

17.11.2017 | 7 Min. | Quelle: BR Mediathek  <link http: cdn-storage.br.de mujiuuovbwqibtchb6ohu7odifwh_-bf _ais _a4p9a8d_u1s _blank external-link-new-window internal link in current>Interview anhören

Seit vielen Jahren engagiert sich das Henschel Quartett als Botschafter für das SOS-Kinderdorf. Am 20. November gibt das Quartett im Schloss Nymphenburg in München zusammen mit dem Tölzer Knabenchor ein Benefizkonzert zugunsten des SOS-Kinderdorfs. Sylvia Schreiber sprach mit Bratschistin Monika Henschel über ihr langjähriges soziales Engagement.

 

Mi, 15.11.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Starbariton Michael Volle singt Bach-Kantaten

Münchener Bach-Chor

Kritik

Martin Luthers Gnadenschutzschirm
MichaelVolle, Hansjörg Albrecht und der Bachchor in der Allerheiligen Hofkirche

<link file:3702 _blank download file>Abendzeitung 17.11.2017

... Ein wunderbarer runder,tiefer, nie bedrückender Abend in der trauernden Zeit um Allerheiligen, Totensonntag und dem Buß- und Bettag.

Süßer Frieden
Michael Volle und der Bach-Chor

<link file:3703 _blank download file>Süddeutsche Zeitung 18./19.11.2017

Es soll ein Abend des Nachdenkens werden - über Abschied, Endlosigkeit, Loslassen. Die Musik soll durchlaufen wie ein rotes Band. Das wünscht sich der Dirigent Hansjörg Albrecht, und deshalb bittet er am Anfang des Konzerts mit Bachkantaten in der Allerheiligen Hofkirche darum, sich den Applaus bis zum Ende zu verkneifen. Eine Pause gibt es auch nicht, und das Konzept geht hervorragend auf: Tatsächlich wird es ein Konzert wie eine Meditation, die die Zuhörer tief hineinführt in Bachs Musik und ins eigene Bewusstsein. ...

Di, 14.11.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Giovanni Antonini - Blockflöten

Il Giardino Armonico

Kritik

Eine Klangwelt für sich
Il Giardino Armonico begeisterte mit einem Auftritt in München und demonstrierte, wie Barockmusik zu spielen ist

<link file:3698 download file>www.klassikinfo.de 17.11.2017

Als das Ensemble Il Giardino Armonico vor 32 Jahren gegründet wurde, waren die italienischen Originalklangmusiker vor allem für ihre fetzigen, ja manchmal geradezu schroffen Interpretationen italienischer Barockmusik berühmt-berüchtigt. Wenn man sie heute mit Vivaldi oder Albinoni hört – wie jetzt in München – staunt man vor allem über die leisen Töne. ...

Wie fein gesponnene Spinnenfäden rankten sich die Violinstimmen umeinander in Giovanni Gabrielis Sonata XXI, ein Beispiel für eine frühe Konzertform, aus der schließlich das Solokonzert entstanden ist. Dies ließ sich an dem Abend in München auch noch anhand weiterer Werke von Castello oder Legrenzi wunderbar nachvollziehen. Aber auch das Cello-Konzert c-Moll von Vivaldi (RV 401) oder dessen Flötenkonzert C-Dur (RV 443) mit dem Gründerleiter des Ensembles Giovanni Antonini an der Blockflöte vermittelte in jedem Takt einen Eindruck davon, wie Barockmusik zu spielen ist und wie differenziert und klangfarbenreich in der Tongestaltung durch die alten Instrumente sie klingen kann.

www.klassikinfo.de/il-giardino-armonico-muenchen/

Der Flötist Giovanni Antonini im Interview 

Immer bereit für musikalische Abenteuer

<link file:3697 download internal link in current>BR KLassik, "Leprorello" 13.11.2017

1985 in Mailand gegründet, genießt das Originalklang-Ensemble "Il Giardino Armonico" längst Kultstatus. Am 14. November ist es zusammen mit seinem Gründer, dem Blockflötisten Giovanni Antonini, zu Gast in München. Im Interview mit BR-KLASSIK spricht er über sein Instrument, dem ja nach wie vor ein eher schlechtes Image anhängt. ....

 

Fr, 10.11.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Luther auf der Laute

Ein musikalischer Beitrag zum Luther-Jahr an seinem Geburtstag

Kritik

Besser als predigenDas morgige Konzert „Luther auf der Laute“ zeigt die Reformation von ihrer intimen und musischen Seite und lässt Renaissancemusik erklingen

<link file:3681 _blank download file>Abendzeitung 09.11.2017

Do, 09.11.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Pierre-Laurent Aimard

Preisträger des Ernst-von-Siemens Musikpreis 2017

Kritik

Aus der neuen Welt - Pierre-Laurent Aimard und das Australian Chamber Orchestra 

<link file:3700 _blank download internal link in current>MM, 11./12.11.2017

"Down Under" kann musikalisch "obenauf" bedeuten. Das bewies das Australian Chamber Orchestra beim ersten Abonnement-Konzert "Wiener Klassik München“.... Im Stehen spielten die Musiker vor Notenpulten mit digitalen Partituren und mit unerhörter Dynamik ... So luftig und frisch musiziert, können altbekannte klänge tatsächlich als Neue Musik erlebt werden.
Das gilt auch für Mozarts Klavierkonzert Nr. 15 in B-Dur. Das unter dem Avantgarde-erprobten Ausnahmepianist Pierre-Laurent Aimard zu einem Hörerlebnis wurde. ... 

Weltenwanderung - Das Austtralian Chamber Orchestra 

<link file:3701 _blank download internal link in current>SZ, 11./12.11.2017

Vom enigmatischen Schwanengesang Bachs über Mozart zum letzten Beethoven: eine Weltenwanderung von Kaliber im Herkulessaal. Bei den ersten vier Contrapunkten aus Bachs Kunst der Fuge transformierte das Australian Chamber Orchestra durch seine Ensemble-Bearbeitung viel von der transzendenten Aura des Rätselwerks Bachs in expressiven Streicherglanz. …

Eine andere "Rationalität" betrat dann mit Pierre-Laurent Aimard das Podium. Der Messiaen-Adept, gewaschen mit allen Wassern der Avantgarde und dafür 2017 mit dem Ernst von Siemens-Musikpreis ausgezeichnet, verwandelt seine Rationalität in brillante Virtuosität. …

Mit dem Streichquartett op. 130 und der Großen Fuge op. 133, beide in einer Fassung für Streichorchester des Maestros an der ersten Violine, Richard Tagnetti, brach ein vulkanisches Feuer aus. Das australische Ensemble versenkte sich mit leidenschaftlicher Intensität in Beethovens bizarre Klanglandschaften, strukturierte mit mitleidsloser Schärfe und arbeitete die verschiedenen Physiognomien des Fugenthemas heraus.

 

Fr, 27.10.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Segmehl & Eggert

Kammermusik für Saxophon & Klavier

Kritik

Pianist Moritz Eggert im Duo mit Saxofonist Christian Segmehl

<link file:3680 _blank download file>Süddeutsche Zeitung  30./31.10/01.11.2017

Das Saxofon ist ein seltener Gast. Zumindest in der Klassik. Wenn sich dazu dann ein anarchischer Komponist am Klavier gesellt, verspricht das allein deshalb spannend zu werden. In der Allerheiligen Hofkirche laden Moritz Eggert am Klavier und Christian Segmehl an Sopran- und Altsaxofon zu Kammermusik im Duo. ...

Di, 17.10.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Edgar Moreau - Violoncello

Il pomo d’oro

Kritik

Jugendfeuer. Der Cellist Edgar Moreau brilliert im Herkulessaal

<link file:3692 _blank download file>SZ, 19.10.2017

Man möchte sich schämen, wenn ein Musiker höchster Qualität in den sowieso nicht heimeligen Herkulessaal kommt und ihn die leeren Reihen angähnen. Nur ein Häuflein Unverzagter verteilte sich im Raum. Sie wurden nicht enttäuscht, sondern hellauf entzückt: Der französische Cellojungstar, Edgar Moreau, 23 Jahre alt, zeigte eine solche Klasse in Spiel und musikalischem Geist, dass man sich um Karten reißen müsste, ihn zu hören. ….

Moreau kam mit dem glänzenden, sechsköpfigen Barockensemble Il pomo d'oro (zwei Violinen, Viola, Violoncello, Bass, Cembalo) unter der höchst engagierten und flexiblen Leitung Maxim Emelyanychevs vom Cembalo aus. … Zwei in den raschen Sätzen rhythmisch funkelnde, sprühende Konzerte der Venezianer Antonio Vivaldi und Giovanni Benedetto Platti zauberte Moreau elektrisierend und bis in kleinste Notenwerte präzise hin. …

Erinnerungswürdig bleibt besonders das Concerto a quattro des Neapolitaners Francesco Durante durch seinen ausdruckssüchtigen Tonsatz voll chromatisch dichter Harmonien. … Moreau, dessen Ton bestechend klar und griffig ist, fügte sich trotz modernen Bogens und Stachels bestens in die barocke Spielkultur des "Goldapfels". Dass er ein fulminanter Virtuoso im wahren Sinne des Wortes ist, machte dieser anregende Abend unmissverständlich klar.

Nur Mut!

<link file:3662 _blank download file>SZ, 14./15.10.2017

.... Deshalb wollen wir unbedingt am Dienstag (17. Oktober) in den Herkulessaal strömen, um den brillanten jungen Cellisten Edgar Moreau zu erleben, der mit dem Barockensemble Il pomo d'oro gleich drei Cellokonzerte aus dem 18. Jahrhundert spielt: von Giovanni Benedetto Platti, der einst bei den Fürstbischöfen in Würzburg Furore machte, von Antonio Vivaldi und von Luigi Boccherini, der unter anderem als größter Cellovirtuose seiner Zeit galt.

Wenn  Vivaldi ganz jung klingt!

<link file:3665 _blank download file>AZ, 17.10.2017

....Als Zuschauer kann man heute Abend erleben, dass Barockmusik mit dem Klischee der "aufgezogenen Spieluhr" nichts zutun hat, sondern reizvoller Wahnsinn sein kann.

Jung, dynamisch, hochmusikalisch. Der Cellist Edgar Moreau und il pomo d'oro der Residenz

<link file:3660 _blank download file>München im Oktober 2017

Mo, 31.07.2017 · 20:00 Uhr
Brunnenhof der Residenz | Herkulessaal

Justus Frantz & Philharmonie der Nationen

Viva España

Kritik

Spanisches im Innenhof

<link file:3295 download file>SZ-Extra, 27.07-02.08.2017

Gran Canaria nennt Justus Frantz sein zweites Zuhause. Dort hat der Pianist und Dirigent nicht nur eine Ferienfinca, wo er ein eigenes Festival initiiert hat, sondern die Regierung der Insel ernannte ihn glatt zum Ehrenbürger. Ein bisschen spanisches Flair bringt Justus Frantz nun mit seiner "Philharmonie der Nationen" im Rahmen der Reihe "Radeberger Open Air" nach München. ...

So, 30.07.2017 · 20:00 Uhr
Brunnenhof der Residenz | Herkulessaal

Olga Scheps

Klavier-Recital

Kritik

Lebendige Miniaturen. Klavier-Recital Olga Scheps spielt Eric Satie im Brunnenhof

<link file:3296 _blank download file>SZ-Extra, 27.07-02.08.2017

... Wenn die russische Pianistin jedoch nun im Brunnenhof auftritt, hat sie Klavierstücke in ihr Programm aufgenommen, die im professionellen Konzertbetrieb nicht oft vorkommen. ...

Chopin im Freien

Im Alter von zwölf Jahren hat Olga Scheps beim Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" gewonnen. Seitdem hat die in Köln lebende Pianistin mit russischen Wurzeln noch so einige Preise mehr eingeheimst, darunter 2010 einen Echo-Klassik. Weil mitunter ihre Chopin-Interpretationen besonders geschätzt werden, gehört das Werk des französischen Komponisten natürlich auch zum Programm ihres Auftritts im Rahmen der Reihe „Radeberger Open Air“. ...

Do, 20.07.2017 · 20:00 Uhr
Brunnenhof der Residenz | Nur Open Air

Axel Prahl

Live 2017

Kritik

Brunnenhof der Residenz. Rühren und Verführen

<link file:3298 _blank download file>Abendzeitung, 20.07.2017

... Prahl ist nicht ein singender Schauspieler, sondern ein wunderbarer Musiker und Sänger mehr auf den deutschen (Musik-)Bühnen mit Songs, die aus der eigenen Feder und dem eigenen Erleben entsprungen sind – immer mit Blick aufs Mehr! ...

In vielen Rollen

<link file:3297 _blank download internal link in current>SZ-Extra, 20.-26.07.2017

Von Axel Prahls wechselhaftem Leben zeugt auch dessen Musik. Bereits als Jugendlicher gewann er einen Nachwuchswettbewerb, studierte dann aber Mathematik und Musik, bevor er die Kieler Schauspielschule besuchte. Mit seinem Inselorchester ist er nun unterwegs und will auch hier nicht festlegen – gespielt wird ein Crossover aus Rock, Klassik und Jazz.

Mi, 28.06.2017 · 20:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Händel Israel in Egypt

Münchener Bach-Chor & Münchener Bach-Orchester

Kritik

Wenn der Funke überspringt

<link file:3189 _blank download file>Abendzeitung, 30.06.2017

… Die gute Nachricht: Wer nicht da war hat etwas verpasst. Händels musikalische Schilderung der sieben Plagen und des Exodus der Israeliten aus Ägypten kommt der dramatischen Natur des Dirigenten Hansjörg Albrecht entgegen. ... Das Münchener Bachorchester, angeführt vom hoch engagierten Daniel Giglberger, spielte auf modernen Instrumenten im historisch informierten Stil. ... Der etwa 60-köpfige gemischte Chor sang die Fugen ein wenig Sopranbetont. … Sonst ist der Klang frisch, hell und transparent. … Als Zugabe wiederholte Albrecht einen Chorsatz – nicht ohne davor die Bedeutung von Händel Werk in zwei, drei Sätze prägnant zusammenzufassen. Diese Stärke dürfte der Dirigent gerne öfter ausspielen. Sie könnte ein Argument für die vom Chor angestrebte Förderung durch die Stadt sein.

Do, 18.05.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Out of Minga – Maria, Luther und die Liebe

Monika Drasch – Die Frau mit der grünen Geige

Kritik

Dem Himmel so nah - Monika Drasch hilft lutherischen Mitbürgern

Süddeutsche Zeitung, 26.05.2017

... Was bitte ist daran schön, wird jetzt der Protestant fragen? Schön ist, wie Drasch und der unabdingbare Myrus singen, dass es das Herz so weit macht, dass da auch ein Protestant hineinpasst. Und Glasl auf seiner Zither eine Musik macht, die altbairischen Seelentrost mit Blues, Tango und einer zarten Schrägheit zu einer Mischung verbindet, in der man sich wohlfühlen, animiert zurücklehnen und auf aufgeklärt hinterfotzige Art dem Himmel nah sein kann, auch wenn man da gar nicht hin will.

<link file:3294>Heiligs Frechle!

tz, 20.05.2017

Der Ort hätte nicht besser passen können. Ausgerechnet in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz hat Monika Drasch (Foto: Anja Wechsler) Premiere ihres Luther-Abends gefeiert. Out of Minga – Maria, Luther & die Liebe: so der offizielle Titel des Programms. …
Das mit dem Gewissen hat funktioniert, das mit der Freude an der Musik auch. Und Gerd Holzheimmer steuerte ebenso tiefsinnige wie heitere Texte bei. …

Monika Draschs "Maria, Luther & die Liebe"

Passauer Neue Presse, 19.05.2017

Keine Frage, die Künstler auf der Bühne sind Fans. Von Martin Luther, von Mariengesängen, von Liebes- wie Wiegenliedern, von Anekdoten aus der Kirchengeschichte, von Volksweisen, von Jodlern, von grüner
Geige und farblich unauffälligem Dudelsack, von Zitaten, von Wirtshaus-Witzen und noch einigem mehr.

Kaum zu glauben, dass aus all diesen Spielereien und Anspielungen kein unerträglich aufgesetztes Kuddelmuddel entsteht. Ist aber so, und gelungen ist das Monika Drasch und ihrer Band mit "Out Of Minga –
Maria, Luther & die Liebe". ...

Di, 09.05.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Molto Maestoso

Mariam Batsashvili "Rising Star"

Kritik

Schöner Zweifel, Mariam Batsashvili spielt Tschaikowsys Klavierkonzert 

<link file:3103 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 13./14.05.2017

Ach, was für ein wundervoller, majestätischer Beginn. Mariam Batsashvili spielt Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll und beginnt wuchtig, aber nicht mit Gewalt, sondern mit einer Erhabenheit, egal wie altmodisch das klingen mag. Die junge Pianistin, geboren 1993 in Tiflis, verfügt über einen herrlichen Anschlag, sie spielt technisch perfekt, ohne an Perfektion oder deren Ausstellen interessiert zu sein. ....
Mariam Batsashvili ist keine Künstlerin, die von der Attitüde genialischen Selbstbewusstseins lebt. Sie ist eine Zweiflerin, die sich zwar vollkommen in der Hingabe an die Musik verlieren kann, dabei aber stets den Eindruck vermittelt, sie versuche, dem Werk möglichst gerecht zu werden. ...

 

CD-Tipp

<link file:3102 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, SZ-Extra, 04.05.2017

… Wenn Liszt … dann ist das ein virtuoses Kabinettstück, mit dem Mariam Batsashvili ihr Album „Early Transkription“ brillant, aber noch ohne Augenzwinkern krönt. …

Sa, 06.05.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Wassily & Nicolai Gerassimez

Neue Klassik trifft Jazz

Kritik

Spielfreude mal zwei. Wassily und Nicolai Gerassimez in der Hofkirche

<link file:3104 _blank download internal link in current>Süddeutsche Zeitung, 04.05.2017

Wenn Wassily Gerassimez den Bogen seines Cellos erhebt, ist Spannung angesagt. Nie kann man sich ganz sicher sein, was gleich folgt. Schließlich ist der 1991 in Essen geborene Cellist ein Meister der Kombination verschiedener Stile. … 

Fr, 05.05.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Celtic Baroque

Dorothee Oberlinger & Vittorio Ghielmi

Kritik

Die Flötenkönigin

<link file:3106 _blank download file>Applaus, Mai 2017

Dorothee Oberlinger, die "Telemann-Botschafterin" im Jahr des 150. Geburtstags eines Komponisten, der so viel für Blockflöte geschrieben hat, verrät was Faszination und Geheimnis dieses Instruments ausmacht. ...

<link file:3105 _blank download file>Applaus, Mai 2017 Foto

Mo, 10.04.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Bach Matthäus-Passion 10.04.2017

Zum 70. Geburtstag von Philippe Herreweghe

Kritik

Angenehme Lesart - Matthäus-Passion, Herkulessaal

<link file:3090 _blank download file>Münchner Merkur, 12.04.2017

Der große belgische Dirigent Philippe Herreweghe prägt die Alte-Musik-Szene seit fast 50 Jahren. Ein Uneitler, ein Ruhiger, ein sensibler Suchender, der sich stets ganz in den Dienst der Musik stellt, beim Barockrepertoire mit dem von ihm gegründeten Collegium Vocals Gent. Anlässlich seines nahenden 70. Geburtstages beschenkt er sich selbst mit einer Matthäus-Passions-Tour, Auftackt war am Montag im ausverkauften Münchner Herkulessaal. … Nach Ergriffenheit dann Erlösung und Standing Ovation.


Eingriffe in die perfekte Passion - "Matthäuspassion": Herreweghe im Herkulessaal mit Chor und Orchester des Collegium Vocale Gent

<link file:3091 _blank download internal link in current>Abendzeitung, 12.04.2017

… Man kratz nicht mehr am Ruf eines berühmten Ensembleleiters, wenn man sich leicht entgeistert fragt: Wie spielen die nur so präzise nach einer selbsterfundenen Zeichengebung, die man ehrlicherweise nicht als Dirigieren bezeichnen kann?  … Selbst bei raschen Tempi kann sich die Musik in der für Herreweghe typischen kühlen Unbetroffenheit entwickelt, und es ergibt Sinn, dass Herrewege selbst kleinste besetzte Arien mit Gesten begleitet, weil er auf deren Dynamik einwirkt. …


Leichte Präzision - Philippe Herreweghe und Bachs "Matthäuspassion" 

<link file:3089 _blank download internal link in current>Süddeutsche Zeitung, 12.04.2017

… Es ist schon schön, was Philippe Herbewegte, der Chor und das Orchester Collegium Vocale Gent sowie die Schar handverlesener Solisten im Herkulessaal machen. Es ist reine Musik. Herreweghe ist ein Bach-Spezialist bester Güte, er argumentiert mit der Musik allein. Seine Aufführung ist weder Glaubensbekenntnis noch Oper, Drama schon. Ein rhetorisches Drama. Gleich der erste Choral möge nie enden, so aufregend ist das Wechselspiel der beiden Chorhälften. Sie stehen so weit voneinander getrennt, wie das halt auf dem Podium möglich ist. … Das Orchester ist in perfekter Achsensymmetrie aufgestellt, nicht nur daraus entsteht eine Plastizität, die man selbst in der letzten Reihe des Herkulessaals, … in schönster Lebendigkeit spürt. …

So, 09.04.2017 · 19:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Sharon Kam 09.04.2017

Klarinettenzauber

Kritik

Ein Hauch von Oper - Konzert - Die Klarinettistin Sharon Kam bringt ihr ungewöhnliches Album "Opera!" im Herkulessaal auf die Bühne

<link file:3080 _blank download internal link in current>Vorankündigung in der SZ-Extra, 06.04.2017

"Es muss nicht immer Mozart sein", erklärte die Klarinettistin Sharon Kam in Hinblick auf ihr Instrument im Allgemeinen und in der Vorbereitung auf ihr erstes Konzert als Artist in Residence beim Georgischen Kammerorchester Ingolstadt in der Saison 2016 im Besonderen. ... 2013 veröffentlichte sie unter dem Namen "Opera!" eine CD, auf der sie die Gesangsstimmen von diversen italienischen Opernwerken auf die Klarinette übertrug. .... "Ich liebe die Oper", sagt sie dazu, sie besuche genau so gerne Opern wie Konzerte. ...

Fr, 07.04.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Vision String Quartet

Gewinner des Concours de Genève sowie aller Sonderpreise (Nov. 2016)

Kritik

Allerheiligen Hofkirche - Das Streichquartett rockt

<link file:3081 _blank download file>Abendzeitung, 07.04.2017 (pdf-Download)

Ein ungewöhnliches Programm: Im ersten Teil gibt es Schuberts Quartettsatz c-Moll und Debussys Quartett g-Moll. Nach der Pause spielt das Vision String Quartet Rock-, Pop-, Jazz-Arrangements nach Ansage. ... Das breite Band an Spieltechniken, dass in allen Genres verlangt wird, sorgt dafür, dass das Vision String Quartet auch Klassiker vielseitig interpertiert.  

Do, 06.04.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Claire Huangci Klavier

Kritik

Puristisch leicht - Chopin-Expertin Hunagci in der Allerheiligen Hofkirche

<link file:3085 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 10.04.2017 (pdf-Download)

Hunagci spielt Brahms’ Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24 akkurat, präzise, virtuos, mitunter gewitzt akzentuiert, im Ton groß, aber nie zu dick aufgetragen. Auch Ihre Gestik dazu ist gut abgewogen und passt bestens zur konzentrierten Vortragsweise. …
Ist diese erste Konzerthälfte schon überzeugend, ist die zweite eine große Freude. Hunagci ist wie auch das Programmheft verrät, eine Chopin-Expertin… Wie sie nun Chopin Andante Spinat et Grande Polonaise Brillante in Es-Dur op. 22 auffasst ist ein Genuss. … 

CD-Tipp

<link file:3082 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 06.04.2017 (pdf-Download)

Braucht es noch eine Aufnahme von Chopins Nocturnes? Eigentlich nein“ Aber wer die brandneue Doppel-CD von Claire Hunagci hört, die am 5. Mai erscheint, sagt dann doch: Ja! Denn die junge Pianistin findet für den Reichtum und die Vielgestaltigkeit dieser Musik immer wieder neue Farben und Klänge. ….

Mi, 08.02.2017 · 19:30 Uhr
Black Box im Gasteig

2. Feindsender

Der Jazz in der Sowjetunion II - Stalins Erben und der Jazz

Kritik

Jazz in der UDSSR - Die Reihe "Feindsender" wird fortgesetzt 

<link file:3021 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 08.02.2017 (pdf-Download)

Jazz hatte in Zeiten der Nazidiktatur ein Subversionspotential als Hoffnungsanker einer verlorenen Jugendgeneration. … Die Konzertgesellschaft München e.V. arbeitet hierfür mit dem Jazzinstitut der Hochschule für Musik und Theater München und der Europäischen Kulturstiftung Europamusicale zusammen. ...

 
Mi, 08.02.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Kuss Quartett

Kritik

Reife Leistung - Das Kuss-Quartett in der Allerheiligen-Hofkirche

<link file:3023 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 10.02.2017 (pdf-Download)

Exzellente Streichquartett-Formationen sind in dieser Stadt gerade häufig zu sehen, spielen aber nicht nur im Herkulessaal, sondern etwa im Instituto Cervantes … oder in der Allerheiligen-Hofkirche, wo jetzt das Kuss-Quartett zu Gast war. … für das leider überschaubare Publikum war es ein eminent bereichernder Abend. …. Das war nicht nur ein spannendes Konzept, sondern wurde auch kompetent vielschichtig umgesetzt….

Do, 02.02.2017 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Romantische Violinmusik

Lena Neudauer und Matthias Kirschnereit

Kritik

Der Pubertät sei Dank - Konzert mit Geige und Klavier

<link file:3014 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, SZ-extra, 02.02.2017 (pdf-Download)

Di, 31.01.2017 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Bach Concerti

Originalklangensemble Café Zimmermann

Kritik

Originalklangmeister - Das Ensemble Café Zimmermann im Herkulessaal 

<link file:3013 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 02.02.2017 (pdf-Download)

Ach, wie sehnte man sich an diesem Abend nach dem historischen Leipziger  Zimmermanschen Kaffeehaus, wo in den 1730er Jahren Johann Sebastian Bach das studentische Collegium Musicum leitete. … Dabei wurde exzellent und tadellose musiziert…

So, 29.01.2017 · 11:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Collegium Vocale Gent – Philippe Herreweghe

Matinéekonzert zum Lutherjahr

Kritik

Feste Burg - Bach-Kantaten mit dem Collegium Vocale Gent 

<link file:3011 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 31.01.2017 (pdf-Download)

… Pünktlich zum Reformationsjubiläum widmet das Collegium Vocals Gent dieser besonderen Nähe nun ein Programm im Herkulessaal, bei dem es zwischen die Kantaten „Gott, der Herr, ist Sonn und Schild“ und „Ein feste Burg ist unser Gott“ - … die älteste Kantate „Christ lag in Todesbanden“ nach Luthers gleichnamigem Osterlied stellte.

… Klanglich geht das angesichts der hervorragenden Musiker auf, die Herbewegte um sich versammelt. Das gilt für die Gesangsolisten wie für die Orchestersolisten, beispielsweise den grandiosen Oboisten Timothée Oudinot. Dem lang anhaltenden Beifall dankte das Collegium Vocale Gent mit dem Eingangschor aus der Kantate „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“ - ebenfalls nach einem Lutherlied.

Geborgenheit in unsicheren Zeiten - Diesen Sonntag leitet Philippe Herreweghe eine Matinee zum Gespann Bach-Luther im Herkulessaal

<link file:3012 _blank download file>Abendzeitung, 28.01.2017 (pdf-Download) - Interview

Fr, 27.01.2017 · 20:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Festkonzert zu Mozarts Geburtstag 27.01.2017

Konzerte für 1 bis 3 Klaviere

Kritik

Fein abgestimmt - Ferhan und Ferzan Önder in der Philharmonie

<link file:3003 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 30.01.2017 (pdf-Download)

Es braucht kein berühmtes Orchester, keinen Pultstar und auch nicht drei Tasten-Löwen, auf dass ein reines Mozart-Konzert zu einem beglückend runden und inspirierten Abend mit Symphonie und Konzerten für ein bis drei Klaviere wurde - im Gegenteil: Zu Mozarts 260. Geburtstag spielten die mit Bläsern verstärkten „Europamusicals Festival Springs“ unter Olivier Hardy in der Philharmonie. Deren Mitglieder sind alle kaum älter als Mozarts zur Zeit der Komposition der Werke  - also zwischen 20 und 29.Das Konzert begann mit einer herrlich jugendfrischen, ebenso charmanten wie eleganten Linzer Symphonie …. fein abgestimmt Holz- und Blechbläser, zart und doch intensiv schimmernd die Geigen, präzise stützend die übrigen Streicher.  .. Die Zwillinge Ferhahn und Ferzahn Önder spielten das Konzert für zwei Klaviere Es-Dur KV 365 so präzise aufeinander abgestimmt, als wären sie eine Person: plastisch, energetisch und lebendig konzertant. ….

Sa, 14.01.2017 · 20:00 Uhr
Prinzregententheater

Neujahrskonzert

Commedia dell'Austria - Barocke Wiener Karnevalsmusik

Kritik

Originalklang im Prinzregententheater - Wenn Österreicher BArocken Humor entwickeln - und zwar musikalisch

<link file:3004 download file>Abendzeitung, 14.01.2017 (pdf-Download)

 

 

So, 11.12.2016 · 15:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Angela Hewitt – Magie am Konzertflügel

Festival Strings Lucerne

Kritik

Wie im Himmel - Angela Hewitt und die Festival Strings Lucerne im Gasteig

<link file:2878 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 13.12.2016 <link file:2878 _blank download file>(pdf-Download)

„Wenn die Engel für Gott spielen, spielen sie Bach“, befand der Philosoph Isaiah Berlin, „füreinander aber spielen sie Mozart“. Angela Hewitt tat nun im Gasteig beides, spielte gemeinsam mit dem Festival Strings Lucerne die beiden Es-Dur Klavierkonzerte KV 271 … und KV 449 von Mozart, umrahmt vom D-Dur-Konzert BWV 1054 und dem d-Moll-Konzert BWV 1052 Johann Sebastian Bachs. … Denn die Kanadierin, die in der angloamerikanischen Welt zu den führenden Pianisten zählt, besitzt etwas, das nur sehr wenige in der Vollendung erreichen: Natürlichkeit.
Sie spielt mit der Selbstverständlichkeit, mit der andere Menschen höchstens sprechen. Irgendwo auf dem Weg zwischen Herz und Kopf scheint bei ihr die Musik direkt in die Fingerspitzen zu fließen, wo sie sich in einen Anschlag von unnachahmlicher Schönheit verwandelt: zart und doch mit Kern, pointiert und warm zugleich.
… Aber Hewitt spielt es so natürlich, dass man es ewig hören möchte. Ein bisschen wie im Himmel eben.  

Auf den Konzertflügeln des Gesangs - Angela Hewitt spielt mit den Festival Strings Lucerne im Gasteig Klavierkonzerte von Bach und Mozart

<link file:2879 _blank download file>Abendzeitung, 14.12.2016 (pdf-Download)

Gleich vier Klavierkonzerte hintereinander. Ist das nicht ein bisschen viel? Von wegen! Wer die Konzentration aufbringt, der unermüdlichen Angela Hewitt durchgehend zu folgen, erlebt nicht weniger als die Entstehung einer Gattung. …Sie produziert ein wunderbar atmendes, immer gesangliches Nonlegato, das besonders im Klavierkonzert Nr. 14 Es-Dur KV 449 von Mozart noch diskreter wirkt als bei Bach, wo sie Ehre die motorische Energie sucht. …

Do, 08.12.2016 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Vogler Quartett

Kritik

CD TiPP

<link file:2983 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, SZ Extra 08.-14.12.2016 (pdf-Download)

So, 27.11.2016 · 20:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Große Oper – Belcanto di Napoli

Barockstar Simone Kermes

Kritik

Die beiden Barock-Diven Cecilia Bartoli und Simone Kermes gleichzeitig an einem Abend  – Rührung, Rausch, Wahnsinn

<link file:2861 file>Abendzeitung 29.11.2016 <link file:2861 file>(pdf-Download)

.... Bei Simone Kermes ist das alles nicht aufgesetzt, sondern natürlicher Impuls, was das Publikum auch sofort für sie einnimmt. Simone Kermes ist eine liebevolle Dompteuse!
Technisch ist die ohnehin unschlagbar, wie in der 15-minütigen „Nachtigall“-Arie aus Pergolesis Oper „Adriano in Sira“: improvisiertes Anträllern am Beginn vieler musikalischer Phrasen, ein müheloses Hochschrauben, dabei noch über die Partitur nach Oben hinausgehend, elegische Sanftheit des Vogels im Käfig, der dann aber extrem leidenschaftlich aufglühend und wild sein kann, wenn er an seine Liebe denkt. Das alles macht die Kermes so plastisch, dass das Publikum über zweieinhalb Stunden hüstelfrei gebannt bleibt.
... Bei Simone Kermes sind Ausflüge in die Populärkultur nie Mätzchen, sondern ernstes Gefühl und auch hier: hohe Kunst.  

„Große Oper – Belcanto di Napoli“ – 27. November 2016

<link http: mittelloge.de mch-27-11-2016 _blank internal link in current> www.mittelloge.de Dezember 2016 (pdf-Download)

.... Von Nicola Antonio Porpora, Domenico Gallo, Riccardo Broschi, Giovanni Battista Pergolesi und dem Deutschitaliener Johann Adolf Hasse hörte man nahezu unbekanntes Schönes, dem sich besonders die Koloratursopranistin Simone Kermes mit ausgefeilten piani, kaum zu übertreffenden Koloroturen und -Höhen immer wieder vorstellt und damit die Barockoper aus ihrem Dornröschen-Schlaf erweckt. Dazu kleidet sie sich mit einer Mischung aus Modernem und Zeitgerechtem und verschafft sich schon aus diesem Grunde nicht nur stimmlich die Gunst des Publikums. Ein Abend mit ihrer liebenswürdigen und doch bizarren Erscheinung und großen Gesangskunst wird zu einem immerwährendem Genuss. ...

Hitzewallungen mit Simone Kermes als barocker Helene Fischer

Münchner Merkur 29.11.2016<link file:2873 _blank download file> <link file:2873 _blank download file>(pdf-Download)

... doch in den langsamen, zum Teil unbekannten Arien von Broschi, Pergolsei und Porpora blühte das Talent dieser Sängerin auf, sei es mit famosen Messa di voce auf einem Ton, der wie aus dem Nichts beginnt und wieder dorthin entgleitet, sei es mit Verziehrungen in höchsten Lagen und auf halber Stimme, sei es mit scheinbar unendlichem Atem und Legato-Kultur. Das Ensemble La Magnifica comunictà unter dem auch solistisch furios hervortretenden Enrico Casazza legte der Kermes dabei einen fein gewobenen Klangteppich – auch noch bis tief in die Nacht ...

Simone Kermes am Gipfel des Barock

<link file:2863 file>Abendzeitung 26.11.2016 (pdf-Download)

Furien dürfen wüten, Helden toben, aber eben auch innig lieben oder schmachten: In der Blütezeit der Barockoper in Italien entstanden fantastische Gefühlsarien.
Simone Kermes singt uns Koloraturarien und Elegien von Porpora, Pergolesi, Händel und Hasse sowie Vivaldi. Begleitet wird sie vom italienischen Barockorchester La magnifica comunità. Alles zusammen sehr stimmig und vor allem ganz große Oper!

CD-Tipp Große Oper - Belcanto die Napoli Simone Kermes

<link file:2865 file>Süddeutsche Zeitung, SZ Extra 24.11.2016 (pdf-Download)

Simone Kermes barockt München am Sonntag - Interview: Hollywood und höchste Kunst

<link file:2862 file>Abendzeitung 23.11.2016 (pdf-Download)

Di, 22.11.2016 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Das Paradies und die Peri

Weltliches Oratorium

Kritik

Vorankündigung

<link file:2982 _blank download file>Abendzeitung, 22.11.2016 (pdf-Download)

Konzert im Herkulessaal. Für heitere Menschen

Mo, 14.11.2016 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

casalQuartett

auf historischen Instrumenten

Kritik

Silbriger Klang - Das Casal Quartett in der Allerheiligen-Hofkirche

<link file:2846 download file>Süddeutsche Zeitung 16.11.2016 <link file:2846 download file>(pdf-Download)

Seine Instrumente galten im 18. Jahrhundert wegen ihres Silbertons als die besten. Noch 1775 wurde in London das Zehnfache einer "Stradivari" für eine Geige von Jakob Stainer, 1619 in Absam geboren und dort 1683 geistig umnachtet gestorben, gezahlt. Das Schweizer Casal Quartett (Felix Froschhammer, Rachel Rosina Späth, Violinen; Markus Fleck, Viola; Andreas Fleck, Violoncello) hat das Glück, auf Stainer-Instrumenten des Musikkollegiums Winterthur spielen zu können.

Es hat einige Jahre gedauert, bis die Musiker zu Rande kamen mit dem, was barocke Stimmung, Intonation auf Darmsaiten und anderes mehr betrifft. Das Resultat ist ein wunderbar intimer, farbenreicher, weicher, tatsächlich silbriger Klang, der die leider nur sehr mäßig besuchte AllerheiligenHofkirche erfüllte. Die "Casal"-Leute moderierten und boten mit Lust, Glanz und Souveränität Musik aus der Zeit zwischen 1750 und 1800, als die Mode "Streichquartett" in ganz Europa ihre erste Blütezeit erlebte. Es begann mit Musik von Franz Xaver Richter (1709-1789), dessen Ruhm vor allem auf seiner Tätigkeit bei der Mannheimer Hofkapelle beruht. Sieben Quartette hat er geschrieben, hier erklang das in C-Dur op. 5, 1, lebendig, frisch und durchaus an Eigenständigkeit der Stimmen interessiert.

....

Mo, 24.10.2016 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Ann Hallenberg 24.10.2016

als Agrippina

Kritik

Eiserne Lady. Ann Hallenberg im Herkulessaal 

<link file:2838 download internal link in current>Süddeutsche Zeitung 26.10.2016 <link file:2838 download internal link in current>(pdf-Download)

.... Wenn die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg ihr "Agrippina"-Programm im Herkulessaal der Münchner Residenz mit zwei furiosen Wut-Arien von Carl Heinrich Graun ("Britannico") und Giuseppe Maria Orlandini ("Nerone") fulminant beschließt, dann singt da eine "eiserne Lady" eher wenig glaubwürdig von mütterlicher Kränkung. Doch bei Hallenberg im nachtblau schimmernden Mantelkleid und einer Handvoll exzellenter Musiker des fantastischen Originalklang-Ensembles "Il pomo d'oro" unter der Leitung seines neuen, 28 Jahre alten Chefdirigenten Maxim Emelyanychev am Cembalo sitzt alles: Jeder Ton und jede Koloratur, jede Phrase und Begleitfigur hat soviel Überzeugungskraft, dass man dieser Frau jegliches Gefühl glaubt. ....Hallenberg und ihre immer mit ungeheurer Lebendigkeit, Prägnanz und Spannung spielenden "Begleiter" musizierten mit derselben Intensität auch Arien von Porpora (gewidmet der gleichnamigen Mutter Agrippinas) und Sammartini (gewidmet der Tante gleichen Namens).Mit Stücken von Alessandro Stradella und Arcangelo Corelli faszinierte das Ensemble "Il pomo d'oro" noch rein instrumental, bevor zwei Zugaben aus Händels "Radamisto" und "Alcina" (die durch Hörner begleitete Arie Ruggieros von der wilden Tigerin) die hohe Betriebstemperatur des wunderbaren Barock-Abends noch einmal um ein paar Grad erhöhte. Großer Applaus ....

 

Neros schreckliche Mutter. Die Mezzosopranistin Ann Hallenberg mit ihrem Programm "Agrippina" im Herkulessaal 

<link file:2837 download internal link in current>Abendzeitung 26.10.2016 <link file:2837 download internal link in current>(pdf-Download)

… Abgesehen, dass es bei einem so exquisiten Ensemble wie „Il Pomo d’pro“ auf jeden Einzelnen ankommt - das Eis ist im Nu gebrochen.
Aber es wäre angehörs der Hitzigkeit, welche die schwedische Mezzosopranistin in diesem Programm entfacht, ohnehin im Nu geschmolzen. ….

Mit spektakulärer Gesangstechnik, vergleichbar vielleicht allenfalls noch Cecilia Bartoli, schleuderte die Schwedin in der Wutarie aus Carl Heinrich Graues „Britannica“ rasende Koloraturen in den Herkulessaal, die her für ein leichtfüßiges Instrument geeignet wären, so vibrierend expressiv gestoßen wie begeisternd sauber aufgereiht. …. Vor allem aber kam die kehlige Tiefe in Giovanni Battista Sammartinis explosiven Rollenportraits ätzenden Hass verspritzen. Ann Hallenbergs Abgründe sind die schönsten.

… Alle Musiker hören sich gegenseitig zu, reagieren lustvoll aufeinander, wenn etwa die beiden räumlich getrennten Violinen sich in ihrem Sprudeln imitieren und überbieten, ja, sich mit kleinen improvisierten Neckereien zum Schmunzeln bringen.   

Verblüffendes Rollenspiel 

<link file:2836 download internal link in current>Süddeutsche Zeitung, SZ Extra 20.10.2016 (pdf-Download)

 

Fr, 05.08.2016 · 20:00 Uhr
Brunnenhof der Residenz | Nur Open Air

Kubanische Nacht

Son Del Nene

Kritik

Brunnenhof der Residenz - Kubanische KlängeAbendzeitung, 05.08.2016 <link file:2732 _blank download file>(pdf-Download)

Seine Lehrmeister waren die Herren des Buena Vista Social Club: El Neene singt den traditionellen Son Cubano mal melancholisch mal überschäumend vor Lebensfreude. ... Mit der "Buena Vista Cuba Party" endet das Radeberger Open Air.

Vorankündigung auf  <link file:2734 _blank download file>www.salsa-munich.de

Di, 12.07.2016 · 20:00 Uhr
Brunnenhof der Residenz | Allerheiligen-Hofkirche

Summer in the City

David Gazarov Trio feat. Sandro Roy

Kritik

Brunnenhof der Residenz - Jazzkonzert "Summer in the City"Abendzeitung, 12.07.2016 <link file:2735 _blank download file>(pdf-Download)

Klassik und Jazz musikalisch auf einer Bühne zu verbinden, das ist das Ziel des Trios rund um den Pianisten David Gazarov, das begleitet wird durch den Jazzgeiger Sandro Roy. ... 2015 veröffentlichten sie das Album "Bachology". Der Name ist hier Programm: Das Trio bringt Bach in neue Form. Ebenfalls 2015 veröffentlichte der seit seiner Jugend mehrfach ausgezeichnete Geiger Sandro Roy sein erstes Album "Where I Come From". ...

von Gaby dos SantosFacebook, 13.0.2016 <link file:2737 _blank download file>(pdf-Download)

... Aber seit ich David Anfang der 90er Jahre kennen lernte, hat er sich in der internationalen Jazz-Szene einen Namen erspielt und einen unverwechselbaren Stil, mit dem er virtuos die unterschiedlichsten Musikstile "cross-covert". Auch gestern meisterte er mühelos den Balance-Akt zwischen Jazz-Standards, viel Oscar Peterson natürlich, Gospel, Eigenkompositionen und natürlich der Klassik ...

Der mit Spannung erwartete Sinti-Geiger Sandro Roy ergänzte im letzten Drittel das Konzert. Die hochgesetzten Erwartungen erfüllte er ... lässig. Trotz seiner jungen Jahre und seines sehr schnellen Erfolgs wirkte seine Performance nie aufgesetzt, sondern ganz selbstverständlich. Als sei er mit seiner Geige verwachsen fetzte er von einem Ende der Bühne zum anderen ....

Zwei Zugaben. Um doch noch in den Genuss der zweiten zu kommen, ließ sich Thomas de Lates etwas einfallen. Er stimmte lauthals den Humm-Ruf der Isländer an, die im Rahmen der EM zu allgemeiner Bekanntheit ist. So auch hier. Seine Frau Petra hatte gerade noch Zeit lachend zu argumentieren: "Ich glaube, Du bin in der falschen Veranstaltung", da stimmte schon das eigentlich eher gesetzt wirkende Publikum mit in den Ruf ein und erkämpfte sich die letzte Zugabe.

 

 

 

Mo, 04.07.2016 · 20:00 Uhr
Brunnenhof der Residenz | Herkulessaal

Carmina Burana

Carl Orffs Meisterwerk

Kritik

Venedig im Vorgarten. Festival. Im Sommer werden die Konzerte aus dem Herkulessaal in den Brunnenhof der Residenz verlegt – und unter freiem Himmel zeigt sich auch das Programm stilistisch freier
Süddeutsche Zeitung, SZ-Extra 30.06.2016 <link file:2733 _blank download internal link in current>(pdf-Download)

Über das Jahr hinweg erklingt im Münchner Herkulessaal recht ungebrochen Klassik – im Juli aber wird ein Teil der Konzerte in den Brunnenhof verlegt ... Und auch wenn Carl Orffs "Carmina Burana", mit dem die unter dem Namen Radeberger Open Air" laufenden Konzertreihe eröffnet werden, nun wirklich keine selten gehörtes Werk sind – die Fassung und Besetzung, in der man die treibenden Lieder aufführt, ist besonders. Der Münchner Komponist Willhelm Killmayer schrieb 1956 eine Fassung für zwei Klaviere und Percussion: Am Montag, 4. Juli wird dieses Werk mit Klavierduo "D'Accord", Peter Sadlos-Percussiongroup, sowie dem Münchener Bach-Chor unter seinem Leiter Hansjörg Albrecht gespielt. ....

Sa, 14.05.2016 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Goldmund Quartett

Kritik

Sturm und Drang. Das Goldmund Quartett in der Allerheiligen Hofkirche<link http: www.sueddeutsche.de kultur auftakt-zum-goldmund-quartett-verschiedene-temperamente-und-doch-eine-klangliche-einheit-1.2992754 _blank file>Süddeutsche Zeitung, 17.05.2016 (<link file:2548 _blank download file>pdf-Download)

...Das Münchner Goldmund Quartett wurde ebenfalls von Pubertierenden gegründet, als sich dessen Mitglieder im Teenager 2009 im Jungstudium an der Münchner Musikhochschule kennenlernten. Jetzt, mit Mitte 20, sind die Musiker zu einem ausdifferenzierten Klangkörprer zusammen gewachsen, dessen Sturm- und Drang-Phase jedoch noch nicht vorbei ist. ... Da liegt subtil eine Ernsthaftigkeit unter der Musik; ausgesprochen nuancenreich gestalte und in Klängen, die ab und an auch über die Konvention hinausreichen, etwa ein schales Surren im Menuett, bevor im Finale wieder die elegante Oberfläche dominiert. ... 

Auftakt zum Goldmund Quartett Verschiedene Temperamente - und doch eine klangliche Einheit<link http: www.sueddeutsche.de kultur auftakt-zum-goldmund-quartett-verschiedene-temperamente-und-doch-eine-klangliche-einheit-1.2992754 _blank file>
Süddeutsche Zeitung Harald Eggebrecht Kolumne (Video)

Das Publikum war von dem Streichquartett von Anfang an begeistert, mittlerweile können sie sich auch nicht über einen Mangel an Auszeichnungen beklagen. Das Goldmund Quartett zählt schon jetzt zu den bedeutensten Nachwuchsmusikern Deutschlands.

Solisten im Einklang. Das Goldmund Quartett in der Allerheiligen-Hofkirche<link file:2547 _blank download internal link in current>
Ankündigung SZ-Extra, 12.-18.05.2016 (pdf-Download)

Gerade feiert der Film "4" auf dem Dokufest seine Deutschland-Premiere. Darin streitet und zankt das französische Streichquartett "Quatuor Ebène" fast unaushaltbare 90 Minuten lang; und produziert gleichzeitig wunderschöne Musik. Streichquartette sind schwierige soziale Gefüge - vier einzelne Künstler müssen sich einem Gesamtklang unterordnen, der wiederum nur aus den vier individuellen künstlerischen Vorstellungen speist. Ein Weg des Musizierens, der oft schon zu Studienzeiten an den  Hochschulen beginnt und den Musikern im Ensemble eine Art zweite Familie schafft - mit all den Freuden und Problemen, die das birgt. ...

Mo, 09.05.2016 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Akiko Suwanai, Violine

Kritik

Ausgewogen. Geigerin Akiko Suwanai und die Festival Strings Lucerne

<link file:2546 _blank download file>Süddeutsche Zeitung 11.05.2016 <link file:2546 _blank download file>(pdf-Download)

Es ist ein feines Programm, dass die Geigerin Aiko Suwanai und die Festival Springs Lucerne für ihr Konzert im Herkulessaal zusammengestellt haben. … Diese Werke sind allesamt schlanke, agile Musik, und die Luzerner interpretieren sie mit hübschem, ausgewogenem Klang, mit lebendiger Dynamikgestaltung und Phrasierung …. 

Mo, 02.05.2016 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Dmitry Sinkovsky, Counter & Barockvioline

Kritik

Doppelter Könner<link file:2539 _blank download file>
Münchner Merkur, 4./5.05.2016

Mehrfachbegabungen bei Musikern kommen häufiger vor. Aber wie Dmitry Sinkovsky seine beiden Instrumente beherrscht, wie er durch sie höchste musikantische Qualität und Intensität vermittelt, ist schon außergewöhnlich...

tz Rose - 29. April 2016 bis 06. Mai 2016
wird vergeben an
Dmitry Sinkovsky für sein Konzert (Herkulessaal) <link file:2739 download file>(pdf-Download)

So, 24.04.2016 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Ole Edvard Antonsen, Trompete

Kritik

Pastoralen, Blumen und armenische Trompetenmusik
www.the-new-listener.de,&nbsp; 24.04.2016 <link file:2533 _blank download file>(pdf-Download)

Quer durch drei Jahrhunderte erstreckt sich das Programm der Württembergischen Philharmonie unter Leitung von Chefdirigent Ola Rudner am 24. April 2016 im Herkulessaal der Münchner Residenz: Von Haydns Trompetenkonzert Es-Dur Hob.VIIe:1 von 1796 und Beethovens F-Dur-Symphonie, der Pastorale, über Mahlers Symphonischen Satz C-Dur mit dem Titel „Blumine“ bis zu dem As-Dur-Trompetenkonzert von Alexander Arutjunian, geschrieben 1941. Solist ist der norwegische Trompetenvirtuose Ole Edvard Antonsen.
....

Die Württembergische Philharmonie unter Ola Rudner zeigt sich herausragend auch als Begleiter, mit ausgereiftem musikalischen Verständnis – hieran sollte sich manch eines unserer A-Orchester ein Vorbild nehmen!

Sa, 19.03.2016 · 19:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Bach Johannes-Passion

Kritik

Leidenschaftliche Dramatik - Bachs Johannespassion in der Philharmonie
<link file:943 _blank download file>Süddeutsche Zeitung 21.03.2016 (pdf-Download)

Spätestens wenn Petrus, nachdem er den Herrn verleugnet hat, seine Verzweiflungsarie anstimmt: "Ach, mein Sinn, wo willst du endlich hin" könnte man sinnieren darüber, welcher Operndramatiker uns an Bach verloren gegangen ist. Denn das Klischee vom rationalen Fugenkonstrukteur und dem Pietisten der Kirchenmusik, das manche Pianisten der Nähmaschinen-Virtuosität pflegen, wird in der Johannespassion widerlegt. Bei Bach gibt es nicht weniger Affekt- und Emotionalpotenzial wie kontrapunktische Ratio, obwohl Hansjörg Albrecht in der Philharmonie den dramatischen Duktus erst nach und nach und ganz und gar nicht im Eingangssatz zuließ. ...

Es gab aber noch eine andere Dramatik, die wie ein zweiter Basso continuo die Aufführung begleitete: sie war auch ein Gedenkkonzert für den letzte Woche verstorbenen Johann Georg Prinz von Hohenzollern. Der musische Edelmann hatte die Musik geliebt, die Künste gefördert und mit seinem mäzenatischen Eros das Münchner Musikleben mitgestaltet. Jetzt nahm die 1986 von ihm mitbegründete Konzertgesellschaft München im Zeichen von Bachs Passion Abschied von ihm.

Keine Experimente? Doch! - Gedenken, Gottesdienst im Konzert: Der Münchener Bach-Chor mit der unter Hansjörg Albrecht mit Bachs Johannespassion
<link file:946 _blank download file>Abendzeitung 21.03.2016 (pdf-Download)

Christi Einsamkeit - Münchener Bach-Chor mit der Johannes-Passion
<link file:944 _blank download file>Münchner Merkur 21.03.2016 (pdf-Download)

 

 

Sa, 12.03.2016 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Arcis Saxophon Quartett

Kritik

Vier Musiker, ein Atem
<link file:940 _blank download file>tz, 14.03.2016 (pfd-Download)

... Bei ihrem gut besetzten Konzert in der schönen Allerheiligen-Hofkirche präsentieren sie ein scheuklappenloses Programm, das ihre und die Möglichkeiten des Instruments aufleuchten lässt.

... Alle vier übernahmen abwechselnd auch die Ansagen. Jure Knez animierte erfolgreich zum CD-Verkauf. Keine Einzige, vierfach signiert, blieb liegen. In diesem Sommer gibt es die nächste.

"Pure Freude: Das Arcis Quartett beim Hausbesuch"
<link file:939 _blank download file>tz, 04.03.2016 (pfd-Download)

Do, 25.02.2016 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Klenke Quartett

Streichquartett in Perfektion

Kritik

Düster: Das Klenke-Quartett bevorzugt Moll<link file:935 _blank download file>
Süddeutsche Zeitung 26.02.16 (pdf-Download)

Es ist schon ein etwas arg depressives Programm, das das Klenke-Quartett für sein Konzert in der Allerheiligen Hofkirche auswählte. Das Streichquartett, das sich anno 1991 an der Musikhochschule Weimar gründete und seitdem in unveränderter Besetzung zusammen spielt, präsentiert von Mozart und Schumann die jeweils etwas dunklere und zerrissene Seite; hinzu kommt dann auch noch Schostakowitsch, der generell nicht für seine Leichtigkeit bekannt ist. Düsteres aus drei Epochen also, das die vier Musikerinnen mit Mozarts d-Moll-Quartett, KV 421/417b, beginnen. ...

Das ist harte Kost, die aber in Vortrag und Stimmung schlüssig und beeindruckend ist.
Mit der edlen Melancholie in Schumanns a-Moll-Quartett, Nr. 1, beschließt das nach der Primaria benannte Quartett den Abend. Dessen wogende Zartheit ist nach Schostakowitsch wohltuend und funktioniert gut als Bindeglied von Klassik und Moderne. Doch am seelisch aufwühlendsten war doch die Interpretation von Schostakowitsch.

Sa, 06.02.2016 · 20:00 Uhr
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz

Martina Filjak, Klavier 06.02.2016

Kritik

Die Pianistin Martina Filjak in der Allerheiligen-Hofkirche
<link file:874 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 08.02.2016 (pdf-Download)

Wäre nicht am Anfang der zärtliche Haydn gewesen, hätte man das Konzert glatt für eine Auseinandersetzung mit den musikalischen Schicksalen der Fuge halten können. Martina Filjak, die außergewöhnliche Pianistin aus Zagreb, ließ sich nämlich gleich nach Joseph Haydns f-Moll Andante con Variazione und einer diskreten g-Moll Sonate in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche auf eine kapitale Fuge von Bach ein - allerdings in der Lesart von Franz Liszt.  ... 

Aber im Unterschied zu vielen Organisten, die das Original spielen, und dort das ausgedehnte Thema der Fuge gern im motorischen Staccato buchstabieren, phrasierte sie wunderbar legato und traf so seine versonnene, lyrische a-Moll-Seele. ...

Mo, 01.02.2016 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Francesca Caccini

"La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina"

Kritik

Die Hexe als Sexbombe. Das Huelgas-Ensemble unter Paul van Nevel entzückt mit einem Werk von Francesca Caccini, der ersten Opernkomponistin der Geschichte, in München
<link file:858 _blank download file>Süddeutsche Zeitung 03.02.2016 (pdf-Download)
Paul van Nevel und sein schon 1971 gegründetes, aber sich stets verjüngendes Huelgas Ensemble wirken wie ein aus der Zeit gefallenes Kollektiv, das so gar nichts mit den heute so aufgeregten Musiziergepflogenheiten gerade in der vorklassischen Musik gemeinsam hat. Und doch gelingt es der Truppe mühelos, eineinhalb pausenlose Stunden ohne jede Langeweile verstreichen zu lassen. Hier wird kein pralles Ölgemälde geliefert, sondern eine feine und feinsinnige Rötelzeichnung. ...
Alles gelingt mit leichtem Understatement, alles duftet, und dazwischen gibt der Chor wie in der griechischen Tragödie seine leitartikelnden Kommentare ab. Fast vergisst der Hörer über so viel Musikzauber, dass das einst eine Festoper für einen Staatsbesuch war, die mit irrsinnigem Pomp inszeniert und vertanzt wurde.

Mit Zigarre singt sich's schöner. Francesca Caccini war die erste Komponistin der Operngeschichte. Paul Van Nevel dirigiert heute "La liberazione di Ruggiero dall'isola d'Alcina" konzertant im Herkulessaal
<link file:860 _blank download file>Abendzeitung 01.02.2016 (pdf-Download) Vorankündigung

Die erste Frau. Francesca Caccini komponierte 1625 die Oper "La liberazione di Ruggiero dall'isola d'alcina", die im Herkulessaal zu hören ist und ein Symposium zu Frauen in der Musik beschließt.
<link file:859 _blank download file>Süddeutsche Zeitung 29.01.2016 (pdf-Download) Vorankündigung

<link http: mittelloge.de mch-01-02-2016 _blank external-link-new-window external link in new>www.mittellge.de "La liberatione di Ruggiero dall'isola d'Alcina" - 1. Februar 2016 <link file:904 _blank download file>(pdf-Download)

 

RADIO

<link http: br.de s _blank external link in new>Interview mit Dr. Ulrike Keil, BR 2 Kulturwelt 01.02.2016

<link https: www.br-klassik.de audio _blank external link in new>Interview mit Paul Van Nevel, BR klassik 29.01.2016

<link https: soundcloud.com radiomuenchen konferenz-und-sie-komponieren-doch _blank external-link-new-window external link in new>Interview mit Dr. Ulrike Keil bei Radio München, 22.01.2016 zur Oper und der Konferenz

 

So, 20.12.2015 · 19:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Bach Weihnachtsoratorium 2015

Kritik

Steigerung mit Kermes-Effekt. Dem Münchner Bach-Chor gelingt mit exzellenten Solisten bei Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium im Gasteig eine Morgensternstunde
<link file:830 _blank download file>Abendzeitung, 22.12.2015 (pdf-Download)
Es lag schon Spannung in der hohen Luft der Philharmonie, ja Elektrizität ehe die Solisten aus der Seitentür auf die Bühne kamen. Und dann kam er, der energetische Engel: Simone Kermes auf goldenen hohen Sandalen im dreifarbig seidenschimmernden, schleppenumspielten Pompöskleid. ...
Das wäre nur ein großer Auftritt im Gasteig, wenn dahinter nicht auch Außergewöhnliches stehen würde: Kunst, Kraft und eine Bühnenpräsenz, die manchmal droht, die ersten Zuschauerreihen einzuschüchtern. Denn wenn Simone Kermes singt, kann man sich nicht kulturbürgerlich sein Programm absitzend entspannt zurücklehnen: Die Töne springen einen an – auch emotional. ...
So gelang eine packende atmosphärische Modernität und Präsenz, die die musikalische Interpretation von Dirigent und Cembalist Hansjörg Albrecht unterstrich: große Gefühle, aber keine Sentimentalität, Tempo ohne Hast – und: Bach darf, wenn er jubiliert, auch rocken. Dazu passte der Ba-Rock-Engel Kermes als Gaststar natürlich perfekt.

Vertraue der Macht des Guten! Am Sonntag singt Simone Kermes im "Weihnachtsoratorium". Ein Gespräch über Gott, Liebe und die Leipziger Bach-Maffia
<link file:831 _blank download file>Abendzeitung, 18.12.2015 (pdf-Download)


Weihnachtsoratorium: Probenbesuch beim Bach-Chor München
<link http: www.trusted-blogs.com magazin preview _blank external-link-new-window external link in new>
Ein Probenbesuch (Blog zum Downloaden)
<link http: www.trusted-blogs.com magazin preview _blank external-link-new-window external link in new>www.trusted-blogs.com

Mo, 14.12.2015 · 20:00 Uhr
Herkulessaal der Residenz München

Maurice Steger, Blockflöte

Brandenburgische Konzerte

Kritik

Auf dem Meer der Sinnlichkeit - Wie der phänomenale Blockflötenspieler Maurice Steger den Herkulessaal in München elektrisiert<link file:812 _blank download file>
Süddeutsche Zeitung, 16.12.2015 (pdf-Download)
Es gleicht immer wieder einem freudigen Schock zu erleben, wie plötzlich jemand aufs Podium tritt und so musiziert, als würde ein großes Tor aufgestoßen, das endlich den Blick frei gibt ins weite Reich der Musik. Maurice Steger, dieser vor nervöser Energie bebende Meister der Blockflöte, vermag schon durch sein Erscheinen auf der Bühne die Spannung aller zu erhöhen, so unmittelbar teilt er sich seiner Erwartungsfreude auf die gleich erklingende und zu spielende Musik mit.  ...
Doch neben dieser wahrlich atemberaubenden Demonstration der technischen Beherrschung des kleinen Holzblasinstruments steht vor allem Stegers Fähigkeit, Musik auszuphrasieren, alle Verzierungsraffinesse immer in den Dienst der Verdeutlichung des musikalischen Zusammenhangs zu stellen. ...


Im Windkanal - Nein, die Blockflöte ist keine Kinderkrankheit. Der Solist Maurice Steger weiß, wie man ihr mehr entlockt als nur ein "Dü-dü-dü"
<link file:814 _blank download file>
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2015 (pdf-Download)
Maurice Steger ist der König des Winzlings unter den Instrumenten. Keiner sonst bringt die Blockflöte so zum Gurren, Tanzen, Spotten. Blockflöte? Ihr Ruf ist der einer Kinderkrankheit, gerade auch in der Adventszeit. Bis man Maurice Steger gehört hat – und gesprochen. Er ist ein für seine Sache glühender Intellektueller, er musiziert und schwärmt im Prestissimo. ....

Neues auf dem Nischeninstrument<link file:808 _blank download file>
Süddeutsche Zeitung SZ-Extra 10.12.2015 (pdf-Download)

Ich finde es wichtig, sich nicht in einer Nische zu fühlen
<link file:809 _blank download file>Münchner Merkur 16.10.2015 (pdf-Download)

 

So, 08.11.2015 · 20:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Verdi Messa da Requiem

Kritik

Archaische Wucht. Verdis "Messa da Requiem" in der Philharmonie<link file:789 _blank download file>
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2015<link file:692 _blank download pdf-download> (PDF-Download)

... Hansjörg Albrecht dosiert zwar in der Philharmonie im Gasteig klug die geballten Massen zweier Chöre, vor allem in den Tempi, lässt aber keinen Effekt aus. Das zeigt sich besonders in den heftigen theatralischen Umschwüngen zwischen Agitato und Morendo und den dynamischen Wechsel von schroffen Sforzati zum Piano und bei den fulminanten Crescendo-Steigerungen. ... Vielleicht klappte diese ungewöhnliche musikalische Kooperation so gut, weil sie auch eine gesellschaftlich kulturelle ist. Frucht eines neuen politischen Freundschaftsabkommens zwischen Bayern und Tschechien, das eine Brücke zwischen den beiden Nachbarkulturen schlagen soll. ...

 

 

Di, 27.10.2015 · 19:30 Uhr
Bayerischer Rundfunk / Studio 1

Finale des 5. Internationalen Gesangswettbewerbs Vokal genial 2015

Kritik

Sängerwettstreit
Vera-Lotte Böcker siegt bei "Vokal genial", Tobia Hell

<link file:692 _blank download pdf-download>Münchner Merkur, 29.10.15 (PDF-Download)

Nachdem man erst vor kurzem beim ARD-Musikwettbewerb den hoffnungsvollen Opern-Nachwuchs preisgekrönt hatte, wartete mit „Vokal genial“ nun der nächste Sängerwettstreit in München. Doch während beim Publikum schon im Laufe des Finales klar zu hören war, wie die Sympathien verteilt waren, wurde von den Juroren ungewohnt lang diskutiert. Die Frage, ob es eine schwere Entscheidung gewesen sei, kommentierte der Juryvorsitzende Peter Schreier aber trotzdem kurz und bündig: „Für mich nicht!” Und offenbar auch nicht für das Publikum im BR-Funkhaus und für das Rundfunkorchester, die ihre Sonderpreise ebenfalls mit großer Mehrheit der strahlenden Siegerin Vera-Lotte Böcker zusprachen.

Mit Recht, denn wo bei den meisten ihrer Konkurrenten der Text der musikalischen Linie geopfert wurde, verstand es die Sopranistin, ihren Figuren Seele zu geben. Sei es Donizettis kokette Norina, bei der sie die Koloraturenperlen ließ, oder die aus anderem Holz geschnitzte, duldende Micaëla aus Bizets „Carmen“. Deren Arie hatte bei allen drei Sängerinnen des Finales auf dem Programm gestanden und erlaubte so den objektivsten Vergleich.

Mehr Abwechslung gab es dagegen bei den Herren, obwohl auch hier mit Ausnahme von Seokhoon Moon, der weder bei Boito noch bei Gounod einen allzu dämonischen Mephisto gab, die Tenöre dominierten. Drei junge Koreaner auf der Jagd nach dem hohen C, von denen letzten Endes Sangmin Jeon als lyrisch gefärbter Don José am meisten überzeugte. Er sicherte sich mit einer emotionalen Wiedergabe von Cileas „È la solita storia del pastore“ den zweiten Platz vor seiner Landsfrau Jiyoung Shin.

<link file:777 _blank download file>mp3 - BR Mediathek, 28.10.15

<link file:829 _blank download file>Kritik Opernglas, Dezember 2015 (PDF-Download)

So, 18.10.2015 · 19:00 Uhr
Prinzregententheater

Prinzenrolle für die Ohren 18.10.2015

Jazz-Gala zugunsten der Hochbegabtenförderung der Konzertgesellschaft München e.V.

Kritik

<link file:695 download file>Süddeutsche Zeitung, 20.10.2015 <link file:665 _blank download file>(PDF-Download) Wenn der Adel swingt, Jazz-Gala im Prinzregententheater fördert hochbegabte Musiker

<link file:694 download file>Süddeutsche Zeitung, 17./18.10.2015 <link file:665 _blank download file>(PDF-Download) Nobelswing, Der Hochadel bei der Prinzenrolle Jazz-Gala

<link file:693 download file>tageszeitung, 20.10.2015 <link file:665 _blank download file>(PDF-Download) Prinzenrolle für Jazz-Fans, Wie Karl Friedrich von Hohenzollern 400 Gäste im Prinzregententheater begeistert

<link file:697 _blank download file>Bunte, 20.10.2015 <link file:665 _blank download file>(PDF-Download) Society-News, Marie Waldburg: Was ich wichtig fand. München: Fetziger

Di, 13.10.2015 · 20:00 Uhr
Prinzregententheater

Mozart, Schubert, Mendelssohn

Kritik

<link file:665 _blank download file>Süddeutsche Zeitung, 15.10.2015 <link file:665 _blank download file>(PDF-Download) Funkenflug - Olga Scheps und Linus Roth im Prinzregententheater

[...] Die "romantische" Dramatik des Werks war natürlich ihr Fall. Schnell wurde nach der Themenexposition klar, dass sie die fahle Düstermos mit Leidenschaft und untergründigem Feuer zum Glühen bringen würde: Magma mit Funkenflug. ... Weil der Impresario des Konzertabends die interessante Programmidee hatte, Klavier und Violine nicht zusammen im kammermusikalischen Dialog zu präsentieren, sondern in zwei hochkarätigen Solisten, kam als zweiter Solist der junge Geiger Linus Roth. Der ... überraschte mit dem selten gespielten Violinkonzert in d-Moll des erst 13-jährigen Mendelsson-Bartholdy – und mit dem funkelnd-luziden Ton seiner Stradivari. ...