Sa, 13.01.2018 | 20:00 Uhr
Video (YouTube)
Herkulessaal der Residenz München

Midori

Die hohe Kunst des Klaviertrios
Kritik

Frage der Balance
Die Geigerin Midori spielt im Trio im Herkulessaal 

Süddeutsche Zeitung,  15.01.2018 download

Wenn das leidenschaftliche Klaviergenie Beethoven Kammermusik mit Klavier komponiert, ist immer mit einer starken Rolle der Tastenkünste zu rechnen. Doch wenn die japanische Violinlegende Midori mit von der Partie ist, erwartet man auch eine Balance der Klänge. Das gelingt ihr als Kammermusikerin im Trio mit dem Pianisten Jonathan Biss und Antoine Lederlin am Cello bereits in der Eröffnung des Klaviertrios, op. 1 Nr.2. Mit beseeltem Ton zaubert sie sich im Herkulessaal im präludierenden Adagio in lichte G-Dur-Höhen und lässt den Steinway unter sich.

Zum Höhepunkt des Abends wurde aber Dvořáks Klaviertrio f-Moll, op. 65. Mit rhapsodischen Elan und süffigem Espressivo stürzte sich das Trio in die differenzierten Klangwelten, plastisch in den scharf geschnittenen Themen, nachdenklich im ernsten As-Dur Gesangsthema des Allegro, graziös im Allegretto und voll tänzerischer Leidenschaft im Finale-Allegro. Herzstück aber war wieder das Adagio, wo sich die inspirierten Wechselspiele von Violine und Cello zwischen schwermütigen Moll-Abgründen und einem Klaviersatz von komplexer Brahmsscher Dichte mit eigener Dynamik entfalteten. Einen subtilen Schumann gab es als Zugabe für großen Applaus.

Programm

Ludwig van Beethoven Klaviertrio G-Dur op. 1/2
Robert Schumann
„Fantasiestücke“ für Klaviertrio op. 88
Antonín Dvořák
Klaviertrio f-Moll op. 65