Di, 17.10.2017 | 20:00 Uhr
Video (YouTube)
Herkulessaal der Residenz München

Edgar Moreau - Violoncello

Il pomo d’oro
Kritik

Jugendfeuer. Der Cellist Edgar Moreau brilliert im Herkulessaal

SZ, 19.10.2017

Man möchte sich schämen, wenn ein Musiker höchster Qualität in den sowieso nicht heimeligen Herkulessaal kommt und ihn die leeren Reihen angähnen. Nur ein Häuflein Unverzagter verteilte sich im Raum. Sie wurden nicht enttäuscht, sondern hellauf entzückt: Der französische Cellojungstar, Edgar Moreau, 23 Jahre alt, zeigte eine solche Klasse in Spiel und musikalischem Geist, dass man sich um Karten reißen müsste, ihn zu hören. ….

Moreau kam mit dem glänzenden, sechsköpfigen Barockensemble Il pomo d'oro (zwei Violinen, Viola, Violoncello, Bass, Cembalo) unter der höchst engagierten und flexiblen Leitung Maxim Emelyanychevs vom Cembalo aus. … Zwei in den raschen Sätzen rhythmisch funkelnde, sprühende Konzerte der Venezianer Antonio Vivaldi und Giovanni Benedetto Platti zauberte Moreau elektrisierend und bis in kleinste Notenwerte präzise hin. …

Erinnerungswürdig bleibt besonders das Concerto a quattro des Neapolitaners Francesco Durante durch seinen ausdruckssüchtigen Tonsatz voll chromatisch dichter Harmonien. … Moreau, dessen Ton bestechend klar und griffig ist, fügte sich trotz modernen Bogens und Stachels bestens in die barocke Spielkultur des "Goldapfels". Dass er ein fulminanter Virtuoso im wahren Sinne des Wortes ist, machte dieser anregende Abend unmissverständlich klar.

Nur Mut!

SZ, 14./15.10.2017

.... Deshalb wollen wir unbedingt am Dienstag (17. Oktober) in den Herkulessaal strömen, um den brillanten jungen Cellisten Edgar Moreau zu erleben, der mit dem Barockensemble Il pomo d'oro gleich drei Cellokonzerte aus dem 18. Jahrhundert spielt: von Giovanni Benedetto Platti, der einst bei den Fürstbischöfen in Würzburg Furore machte, von Antonio Vivaldi und von Luigi Boccherini, der unter anderem als größter Cellovirtuose seiner Zeit galt.

Wenn  Vivaldi ganz jung klingt!

AZ, 17.10.2017

....Als Zuschauer kann man heute Abend erleben, dass Barockmusik mit dem Klischee der "aufgezogenen Spieluhr" nichts zutun hat, sondern reizvoller Wahnsinn sein kann.

Jung, dynamisch, hochmusikalisch. Der Cellist Edgar Moreau und il pomo d'oro der Residenz

München im Oktober 2017

Programm

Giovanni Benedetto Platti Cellokonzert D-Dur WD 650
Antonio Vivaldi Cellokonzert a-Moll RV 419
Johann Adolph Hasse Sinfonie g-Moll op. 5/6 | Adagio und Fuge g-Moll
Georg Philipp Telemann Divertimento B-Dur TWV 50:23
Luigi Boccherini Cellokonzert D-Dur G 479
Francesco Durante Concerto a quattro g-Moll